Der Handyhersteller
Sony Ericsson fährt weiter hohe Verluste ein. Gleichzeitig füllt das Unternehmen seine Kassen mit Kredithilfe von außen. Wie das schwedisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen am Freitag mitteilte, hat das dritte Quartal einen Nettoverlust von 164 Millionen Euro nach einem Minus von 213 Millionen Euro in den vorangegangenen drei Monaten gebracht. Im Vorjahresquartal lag das Minus bei 25 Millionen Euro.
Mutterkonzerne sichern Kredite
Konzernchef Dick Komiyama teilte mit, dass sich Sony Ericsson "zur Stärkung der eigenen Finanzlage" Kreditzusagen über 455 Millionen Euro mit Garantien der beiden Mutterunternehmen gesichert und davon 255 Millionen Euro schon in Anspruch genommen hat. Wie seit längerem geplant, löste
Bert Nordberg vom schwedischen Netzausrüster Ericsson den japanischen Sony-Vertreter Komiyama an der in London angesiedelten Spitze des Gemeinschaftsunternehmens ab. Komiyama war knapp zwei Jahre im Amt.
Die Zahl verkaufter
Handys stieg im Vergleich zum zweiten Quartal leicht von 13,8 Millionen auf 14,1 Millionen Stück. Zwölf Monate zuvor hatte Sony Ericsson allerdings noch 25,7 Millionen Mobiltelefone abgesetzt. Der Umsatz sank im Vergleich zum zweiten Quartal dieses Jahres leicht von 1,68 auf 1,62 Milliarden Euro. Er lag jedoch um 42,3 Prozent unter dem Umsatz im entsprechenden Vorjahresquartal.
Noch fünf Prozent Marktanteil
Den eigenen Weltmarktanteil gab Sony Ericsson mit fünf Prozent an. Für die gesamte Handybranche erwartet das Unternehmen einen Absatzrückgang um zehn Prozent im gesamten Jahresverlauf. Marktführer Nokia hatte am Vortag eine etwas optimistischere Prognose veröffentlicht und glaubt an ein Minus von sieben Prozent. Nokia selbst ist im dritten Quartal erstmals seit 16 Jahren in die Verlustzone gerutscht.
Michael Posdziech
/ dpa