Donnerstag, 15.10.2009 16:16

Netzagentur weist VDSL-Anträge der Telekom ab

aus dem Bereich Breitband
Der Breitbandausbau in Deutschland soll endlich in Schwung kommen. Anfang August hatte die Deutsche Telekom bei der Bundesnetzagentur Entgelte für die die Netzöffnung beantragt. Diese gelten etwa für die Nutzung ihrer Kabelkanalanlagen sowie für die auch als Dark Fiber bezeichneten, ungenutzten Glasfaserstrecken. Die Bundesnetzagentur hat die Entgeltanträge der Telekom nun abgewiesen.

Anzeige
Leistungsbeschreibungen unzureichend

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur teilte onlinekosten.de auf Anfrage mit, dass die Leistungsbeschreibungen der Telekom in den Anträgen unzureichend gewesen seien. Die Telekom hatte bereits Preise für die Entgelte festgelegt, die dafür gebotenen Leistungen aber nicht detailliert genug aufgeführt. Wettbewerber der Telekom haben inzwischen eigene Anträge angestellt, unter anderem auch Vodafone. Dieser Antrag müsse laut Bundesnetzagentur nun bis zum Ende des Jahres entschieden werden. Erst nach der Definition von marktgerechten Leistungen könnten dann Entgelte festgelegt werden. Entweder erfolge dies auf Basis eines neuen Antrages der Telekom oder aber die Regulierungsbehörde lege die Entgelte von Amts wegen fest, so der Netzagentur-Sprecher.

BREKO und VATM begrüßen Ablehnung der Anträge

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) und der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) begrüßten die Entscheidung der Bundesnetzagentur. Die beiden Verbände hatten die Telekom-Anträge bereits vor der Entscheidung kritisiert. Konkrete Bereitstellungsfristen würden laut BREKO in den Leistungsbeschreibungen vielfach fehlen oder aber unzumutbar lang sein. Zur Bereitstellung von Leerrohrkapazitäten hätte die Telekom etwa eine Wartezeit von zwölf bis 20 Wochen vorgesehen. Völlig inakzeptabel seien nach Ansicht des BREKO auch die angebotenen Entstörungszeiten. Kunden müssten bis zu 48 Stunden auf ihren Internetzugang verzichten, wenn eine Glasfaser in einem Leerrohr der Telekom gestört sei.

Die Telekom hätte ihren Wettbewerbern bislang zudem keine Planungssicherheit bieten können. "Planungssicherheit ist aber für die hohen Investitionen, die von den Wettbewerbsunternehmen für den Glasfaserausbau zum Kabelverzweiger getätigt werden müssen, unumgänglich", so BREKO-Präsidentin Erna-Maria Trixl. Neben Vodafone hätten auch weitere Wettbewerber wie Telefónica o2 und Hansenet eigene Anträge bei der Bundesnetzagentur vorgelegt. "Wir gehen davon aus, dass der Regulierer auf dieser Basis nun ein wettbewerbsgerechtes Paket anordnet, damit dann anschließend die Preise festgelegt werden", ergänzt BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers.

Festlegung von Preisen erfolgt erst am Schluss

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner stößt ins gleiche Horn. Die Telekom hätte - nach anderthalb Jahren Verhandlungen mit den Wettbewerbern über den VDSL-Zugang - mit den Entgeltanträgen einseitig die Festlegung von Zugangsbedinungen zu ihren Gunsten erzwingen wollen. Der Wettbewerb solle vom Breitbandausbau ausgeschlossen werden. "Wir sind sehr froh, dass nun zunächst über wettbewerbskonforme Zugangsleistungen entschieden werden kann, bevor Preise festgelegt werden", so Grützner. In einem Standardvertrag sollten technisch und wirtschaftlich sinnvolle Leistungspakete vereinbart werden. Bei der Festsetzung von Preisen müssten die Investitionen aller Telekommunikationsunternehmen berücksichtigt werden. Die Investitionen in den Breitbandausbau würden sich derzeit Wettbewerber und die Telekom etwa je zur Hälfte teilen.
Jörg Schamberg
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

Internet über Kabel
Kein DSL oder nur schlechte Werte im DSL Speedtest? Internet über das Kabelnetz ist eine der führenden DSL Alternativen.
Kabelanbieter bieten ultraschnellen Downstream über den Kabelanschluss.
Wenn kein DSL verfügbar ist und auch kein Kabel digital gewünscht wird, ist mobiles Internet vielleicht interessant.
VDSL Angebote
Mit 50 Mbit/s im Internet surfen - VDSL macht es möglich. In immer mehr Regionen ist der schnelle DSL Anschluss verfügbar.
Neben T-Home VDSL kann inzwischen auch Vodafone VDSL sowie 1&1 VDSL und Alice VDSL bestellt werden.
Komplettpaket
Fast alle Internet Anbieter bieten Tarife mit DSL Flat an.
Ein Telefonanschluss der Telekom ist für schnellen DSL Speed nicht mehr notwendig.
Wenn es noch schneller sein soll: VDSL macht's möglich. Jetzt Verfügbarkeit von Vodafone VDSL, 1und1 VDSL oder Alice VDSL checken!
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs