Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat mit besser als erwarteten Quartalszahlen die Hoffnungen auf eine Erholung der Branche angeheizt. Mit seinem zuversichtlichen Ausblick auf den Rest des Jahres erfreute Konzernchef Paul Ottelini die Anleger.
Weniger Umsatz und Gewinn
Intels Überschuss fiel zwar im dritten Quartal auch wegen leicht gesunkener Chip-Preise um fast acht Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Dollar. Auch der Umsatz gab ähnlich stark auf 9,4 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro) nach. Doch trotz des Rückgangs übertraf der US-Konzern mit seinem am Dienstagabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Experten klar.
Intels Abschneiden hat Signalwirkung: Der Branchenprimus gilt wegen seiner Größe als wichtiger Gradmesser für den gesamten Markt und angesichts des wachsenden Einsatzes von Chips auch für die Wirtschaft generell.
Für das laufende Schlussquartal rechnet Intel mit einem Umsatz zwischen 9,7 und 10,5 Milliarden Dollar - ebenfalls mehr als von den Analysten geschätzt. Das Geschäft mit Chips für
Laptops und
Netbooks sei einer der Haupttreiber gewesen, sagte Ottelini. "Davon gehen wir auch für die Zukunft aus." Er setzt anders als viele Experten auf ein Wachstum der
PC-Branche in diesem Jahr.
Die Intel-Aktie verteuerte sich im nachbörslichen US-Handel um letztlich mehr als vier Prozent. Im laufenden Jahr legte sie bereits um rund 40 Prozent zu.
Windows 7 als Schubfaktor
Einen Schub erwarten Experten auch durch den Start des neuen Microsoft-Betriebssystems
Windows 7 in der nächsten Woche. Dies könnte die PC-Verkäufe ankurbeln. Vier von fünf
Prozessoren, das Herz eines jeden
Computers, stammen aus den Werken von Intel.
Der weit kleinere Hauptrivale AMD legt seine neuesten Zahlen an diesem Donnerstag nach US-Börsenschluss vor. Gespannt warten Experten zudem auf die in dieser und nächster Woche anstehenden Ergebnisse anderer IT-und
Internet-Schwergewichte wie IBM, Texas Instruments, Apple, Microsoft und Google.
Mit aller Macht versucht Intel derzeit, auch
bei Smartphones und mobilen Internetgeräten stärker Fuß zu fassen. Der Konzern setzt dabei auf weniger stromhungrige Prozessoren und ein eigenes Betriebssystem mit dem Namen Moblin.