Montag, 12.10.2009 17:01

China Mobile übt Preisdruck auf iPhone und Co. aus

aus dem Bereich Mobilfunk
China Mobile, einer der größten Mobilfunk-Netzbetreiber der Welt, möchte die Smartphone-Preise drücken. Als Werkzeug und Druckmittel dient dem knapp 500 Millionen Kunden starken Unternehmen dabei das freie Handy-Betriebssystem von Google, Android.

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Gebremster Boom

Unterwegs E-Mails schreiben, im Internet surfen und mit Freunden über Messenger stets in Kontakt bleiben - so sieht die Zukunft des Mobilfunkmarktes aus. Nicht zuletzt auch durch den großen Erfolg von Apples iPhone sind mobile Datendienste in aller Munde. Auch in Fernost wächst das Interesse. Wären da die teuren Preise für Smartphones nicht. China Mobile, der weltgrößte Mobilfunkanbieter, sieht genau dies als Bremsklotz für Wachstum im Land des Lächelns.

Der Chef von China Mobile, Wang Jianzhou, sagte im Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD), die Preise für Smartphones müssten "drastisch sinken", damit mobile Datendienste auch in China populär werden. Gegenüber der Zeitung machte Jianzhou klar, dass Smartphones auf dem chinesischen Markt mit Preisen von umgerechnet 200 bis 400 Euro noch sehr teuer seien. Durch den Einsatz der Android-Version "Ophone" plant China Mobile die Preise der Endgeräte auf unter 1000 Yuan (100 Euro) zu drücken.

Eigenes Süppchen

Großer Vorteil von Android: die Hersteller müssen keine Lizenzgebühr zahlen, um die Software auf einem Endgerät aufspielen zu dürfen. Beispielsweise werden bei Geräten mit Windows Mobile laut Marktforschern zwischen fünf und zehn Euro pro Einzellizenz fällig. China Mobile plant, seinen Lieferanten ein einheitliches Betriebssystem vorzuschreiben - als Gegenleistung liefert China Mobile die Entwicklungsarbeit sowie eine Webplattform, über die Software und Musik heruntergeladen werden kann.


Das erste Dell-Smartphone Mini3i als Prototyp. Bild: mobile.163.com
Mit der Entwicklung eines eigenen Handy-Betriebssystems gibt China Mobile ein klares Zeichen an Apple und Nokia, die den Markt von mobilen Musik- und Software-Downloads dominieren. Dennoch sieht Wang Jianzhou in der Entwicklung des Ophone-Entwicklungskits keine generelle Absage an andere Systeme: "China Mobile ist offen für alle Standards, egal, ob es sich um Symbian, Windows Mobile oder andere Software handelt", so der Manager gegenüber der FTD. In Kürze sollen die ersten Geräte mit der überarbeiteten Android-Version auf den chinesischen Markt kommen - hergestellt von den Markt-Neulingen Dell, Philips und Lenovo.
Michael Müller
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