Die Lufthansa wagt den Neustart. Mitte 2010 wird die führende deutsche Linienfluggesellschaft ihren Passagieren wieder die Möglichkeit bieten, an Bord von Langstrecken-Maschinen ein
Breitband-
Internet-Angebot zu nutzen. Vor drei Jahren war der Service namens
FlyNet eingestellt worden. Nun kommt er mit einem neuen Partner zurück.
GSM- und WLAN-Verbindungen
Künftig wird nicht mehr der Flugzeugbauer Boeing als Kooperationspartner auftreten, sondern
Panasonic Avionics. Die Experten für Flugzeug-Unterhaltungs-Angebote werden schrittweise alle Langstrecken-Maschinen der Lufthansa mit Satelliten-Technik ausstatten. Die Hardware ermöglicht an Bord nicht nur das Versenden von
SMS und MMS, sondern gestattet auch Zugang zum Internet.
Web-Verbindungen werden wahlweise auf Basis von
GPRS- oder
WLAN-Verbindungen möglich sein - mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream innerhalb der Flugzeugkabine. Der Upstream soll bei bis zu einem Mbit/s liegen. Für Geschäftsreisende ist auch die Nutzung von gesicherten VPN-Verbindungen vorgesehen.
So soll das neue FlyNet-Angebot von Lufthansa funktionieren. Bild: Lufthansa
FlyNet wird dabei nicht nur Lufthansa-Passagieren in der teuren First- oder Business Class zur Verfügung stehen, sondern auch in der Economy Class. Bereits im ersten Jahr nach der Einführung soll ein Großteil der Langstreckenflotte entsprechend ausgerüstet sein.
Einzelheiten zu den Preisen für das Internetvergnügen über den Wolken will Lufthansa erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Es soll aber neben Zeit-Paketen auch
Flatrate-Angebote geben. Außerdem ist vorgesehen, das WLAN-Angebot gegen das Einlösen von
Miles & More-Prämienmeilen zur Verfügung zu stellen.
Technisch wäre dann auch das Telefonieren mit dem Handy an Bord jederzeit möglich - doch diese Funktion will Lufthansa blockieren. "Grundsätzlich wollen wir Ruhe an Bord haben", sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Er verwies auf Umfragen unter Gästen, wonach sowohl das
Telefonverbot am Platz als auch das Rauchverbot erwünscht seien. Als Alternative zum eigenen Handy gebe es außerdem in den Maschinen eine Art Telefonzelle.