Es muss gespart werden - auch bei der
Deutschen Telekom. Nachdem am Wochenende bereits bekannt wurde, dass es bei dem ehemaligen Bonner Staatskonzern nach Worten eines führenden Managers
an allen Ecken brenne, berichtet nun auch das "Handelsblatt" von außergewöhnlichen Sparmethoden. Experten gingen davon aus, dass schon bald die Qualität des Mobilfunknetzes von
T-Mobile leiden könnte.
"Systematisch unterinvestiert"
In den vergangenen Jahren seien die Sachinvestitionen von T-Mobile deutlich reduziert worden. "Der Konzern hat systematisch unterinvestiert", zitiert die Wirtschaftszeitung aus dem Umfeld der Telekom. Das könnte Folgen haben, sobald Kunden Schwächen entdecken. Sollten bei Handygesprächen "auch nur minimale Probleme auftauchen, leidet der Ruf eines Anbieters über die Maßen", meint ein Telekommunikations-Kenner.
Bei der Telekom offenbar kein Grund, am Sparkurs zu rütteln. Zusammen mit der
Gewinnwarnung im Frühjahr seien Sachinvestitionen in Höhe von einer Milliarde Euro bis zum Jahresende auf Eis gelegt worden, schreibt das Blatt weiter. Das seien fast zehn Prozent der gesamten Sachausgaben von zuletzt neun Milliarden Euro im Jahr 2008. Eine Alternative zum Sparprogramm auf dem Heimatmarkt sei, die Investitionen beim Mobilfunknetz in den USA zu reduzieren. Das gelte aber als wenig wahrscheinlich, weil man sonst auf dem wichtigen US-Markt hinter die Wettbewerber zurückfalle.
o2 schließt auf
Und T-Mobile droht noch eine weitere Gefahr:
o2. Der gemessen an der Kundenzahl kleinste deutsche
Mobilfunk-Betreiber hat das eigene Netz in den vergangenen Monaten mit der mächtigen Konzernmutter Telefónica im Rücken spürbar aufgewertet. Im umfangreichen Netztest der Fachzeitschrift "connect" erreichte o2 ein ähnlich gutes Ergebnis wie T-Mobile. Unter anderem in den Kategorien Datei-Up- und -Download in der Stadt und auf dem Land hat o2 gewonnen. Testsieger mit Gesamturteil "sehr gut" wurde
Vodafone.
Bei T-Mobile will man reagieren. Doch dazu bedarf es laut "Handelsblatt" nicht nur finanziellen Mitteln. Auch in der Netztechnik hake es an vielen Stellen. Ein Insider beschrieb die Sparte gegenüber der Zeitung als schlecht organisiert, weshalb es zu handwerklichen Fehlern komme. Spürbar unter anderem bei
Netzausfällen im Sommer dieses Jahres. "Die Telekom ist da nicht so gut aufgestellt wie die Wettbewerber", heißt es seitens des Insiders. Seit Jahren sei zudem ein Funkloch zwischen dem Flughafen Köln/Bonn und der Konzernzentrale in Bonn bekannt. Geschlossen wurde es bisher nicht. Und das, obwohl die Strecke täglich von vielen Telekom-Besuchern genutzt werde.