Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und das Medienkonglomerat News Corporation wollen Suchmaschinen wie Google und Yahoo nach Angaben des "Digital Journal" künftig zur Kasse bitten. Das Magazin berichtete am Freitagabend online, dass der Besitzer von News Corp., Rupert Murdoch, und der Geschäftsführer von AP, Tom Curley, entsprechende Schritte bei einer Veranstaltung in Peking in Aussicht stellten. Wie und in welcher Höhe sie das bisher frei zur Verfügung gestellte Nachrichtenmaterial verkaufen wollen, ließen Murdoch und Curley zunächst offen. An dem Symposium in Peking nahmen dem Journal zufolge etwa 300 Vertreter von 170 Medien in 80 Ländern teil.
Reaktion auf "kostenfreie Ausbeutung"
AP-Chef Curley erklärte, dass seine Agentur und andere "Beschaffer von Inhalten ("content provider") zu langsam auf die kostenfreie Ausbeutung ihrer Nachrichten durch dritte Parteien reagiert" hätten. Internetdienste wie Wikipedia, YouTube und Facebook seien zu den bevorzugten Plattformen geworden, auf denen sich ein breites Publikum über die jüngsten Nachrichten informiere statt auf die
Internetseiten der traditionellen Nachrichtenagenturen zu gehen. "Wir werden die Trennung zwischen denen, die Nachrichten von öffentlichem Interesse unter großem menschlichen und wirtschaftlichen Aufwand anbieten, und den anderen, die ohne Tribut von diesen Nachrichten profitieren, nicht länger dulden", kündigte Curley an.
Dem "Digital Journal" zufolge hatte Murdochs News Corporation mit Zeitungen wie dem "Wall Street Journal" und der "New York Post" in der Jahresspanne bis Juni 2009 einen Nettoverlust von 3,4 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) erlitten. AP erwartet dem Fachjournal zufolge in 2009 einen Einkommensrückgang auf 700 Millionen Dollar (476 Millionen Euro) von 748 Millionen Dollar im Jahr 2008.
Hayo Lücke
/ dpa