Musicload startete im Oktober 2003 als Tochterunternehmen der
Deutschen Telekom sein Musik-Downloadportal in Deutschland. Seit Juni vergangenen Jahres ist die Nummer zwei auf dem deutschen Markt auch in Österreich und der Schweiz aktiv. Eine aktuelle Untersuchung der Plattform zu den Hör- und Nutzungsgewohnheiten seiner User zeigt nun, dass der Musikgeschmack in den drei Ländern trotz geografischer Nähe und gleicher Sprache durchaus unterschiedlich ist.
Deutsche schauen nach UK
Unterschiede zeigten sich etwa bei der Annahme neuer musikalischer Trends. Während die deutschen Nutzer zum Beispiel musikalischen Strömungen aus Großbritannien oder den USA besonders offen gegenüberständen, orientierten sich Österreicher und Schweizer vor allem an den deutschsprachigen Charts.
Auch über das Hörverhalten gebe die Auswertung interessante Auskünfte: Deutsche Nutzer sollen demnach besonders häufig Indie- und Alternative-Songs herunterladen. Zudem zeigten sich in allen drei Ländern seit Ausbruch der Finanzkrise steigende Download-Zahlen bei Schlager und Volksmusik. "In der Rezession besinnen sich die Menschen offenbar auf ihre heimische Kultur", vermutet Joachim Franz, Vice President Musicload. In Österreich und der Schweiz falle der Anteil einheimischer Interpreten bei den Downloads nochmals deutlich höher aus als beim nördlichen Nachbarn.
Österreicher abonnieren
Interessante Unterschiede zwischen den Ländern gebe es auch bei der Art der Nutzung digitaler Musikportale. In Deutschland und der Schweiz stehe das gezielte Herunterladen einzelner Songs hoch im Kurs. Dagegen griffen österreichische Nutzer verstärkt beim Streaming-Angebot
Musicload-Nonstop zu, bei dem für einen monatlichen Festbetrag über
PC und
Webradio uneingeschränkt Musik gehärt werden kann.
Größere Einigkeit bestehe hingegen bei der Wahl der Lieblingskünstler: Robbie Williams und Nelly Furtado standen 2008 in allen drei Ländern unangefochten auf Platz eins.