Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, hat vor steigender Kriminalität im Internet gewarnt. Die Täter würden immer professioneller, sagte Ziercke am Donnerstag in Berlin. Hundertprozentige Sicherheit im Netz gebe es nicht, "auch nicht beim Online-Banking". Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom erledigen 24 Millionen Deutsche ihre Bankgeschäfte im
Internet, das sind 38 Prozent der Bürger zwischen 16 und 74 Jahren.
2008: Sieben Millionen Euro Schaden durch Phishing
Laut Bitkom wurde bereits jeder zweite deutsche Internetnutzer Opfer von Kriminalität im Netz. Die meisten hatten es dabei mit Computerviren oder anderen Schadprogrammen zu tun. Die Menschen, die im ersten Halbjahr 2009 Opfer von
Phishing-Fällen wurden, meldeten laut Bitkom durchschnittlich einen Schaden von rund 4.800 Euro. Ziercke wusste allerdings auch von Einzelfällen, bei denen es um 70.000 Euro ging. 2008 wurden 1.900 Phishing-Fälle beim Online-Banking gemeldet - insgesamt räumten die Betrüger sieben Millionen Euro von Konten ab. Für das Jahr 2009 zeichneten sich steigenden Zahlen ab.
Computernutzer müssen ihren PC selber schützen
Ziercke sagte, jeder müsse darauf achten, dass sein
Computer die aktuellen
Virenschutzprogramme und
Firewalls habe. Zudem müssten Passwörter regelmäßig geändert werden. "Wer im Internet ist, der macht die Tür seines Hauses weit auf und muss aufpassen, dass nicht jemand hereinspaziert kommt, den er nicht gerne haben möchte", sagte Ziercke. Beispielsweise sei die Zahl der Phishing-Fälle, bei denen Passwörter für das Online-Banking durch Kriminelle abgefangen werden, nach einem vorübergehenden Rückgang nun wieder gestiegen.