Die Kamera zeichnet Videos mit 640x480 Pixel und bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Um die Qualität besser beurteilen zu können, habe ich ein Video des iPod nano mit dem einer Casio Exilim EX-Z1080 (rund 150 Euro, 25 Bilder pro Sekunde) verglichen: Der iPod entspricht der mittleren Qualitätsstufe meiner Digicam, die besten Ergebnisse gibt es bei gutem Wetter beziehungsweise guter Ausleuchtung. Was mich stark wundert, ist die Anordnung der Linse. Wenn man den iPod nano wie ein Handy hält, was ja angesichts der Form und der Bedienelemente nicht nur bei mir so sein dürfte, wird sie komplett von der Hand verdeckt. So bin ich gezwungen, das filigrane Stück Technik nur an den Ecken anzufassen. Um die Effekte zu finden, muss man ein bisschen um die Ecke denken: Den Auslöser einfach gedrückt halten.
Navigation mit dem Click Wheel
Einschalten kann man den iPod nano mit einem runden, silbernen Knopf, wie ich schnell feststelle, dient er aber nicht zum Ausschalten. Laut Handbuch ist er nur für die Hold-Funktion zuständig, zum Abstellen muss die 4-Wege-Taste (
Click Wheel) gedrückt werden, und zwar Play/Pause. Das Menü hält sich mit grauer Schrift auf weißem Hintergrund exakt an Apples Corporate Design, bunte Icons, geschweige denn farbige Menü-Layouts, gibt es nicht.
iPod nano mit Cover Flow - wie Safari
Navigiert wird auf Wunsch auch per Cover Flow. Bild: Screenshot aus dem Handbuch .
Um auf und ab zu scrollen, kann das Bedienrad als Touchfläche genutzt werden. Was ich bei vollgepackten Ordnern zunächst vermisse, ist eine Schnell-Scrollfunktion. Um sich komfortabler durch eine Riesen-Musikauswahl zu klicken, die sich ja auf 16 GB durchaus ablegen lässt, muss aber nur der Daumen schnell über das Click Wheel streichen – dann kann von einem zum nächsten Buchstaben gewechselt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Navigation ist
Cover Flow, bekannt durch Apples
Browser Safari 4. Die dritte Version erinnert an den
SanDisk Sansa Shaker (Test). Wer den iPod schüttelt, wechselt Songs im Shuffle-Modus. Hat man komplett den Überblick verloren, ab zur Suchfunktion – praktisch.
Wer iPod sagt, muss auch iTunes sagen
Bevor ich aber meinen Apple-jungfräulichen Windows-
Computer mit dem iPod nano verkupple, um Songs zu laden, muss zunächst
iTunes, Anfang September auf Version 9 aufpoliert, installiert werden. Nach einem Neustart unterbreitet mir iTunes einen gehaltvollen Software-Lizenzvertrag und fragt mich nach einer
Apple ID. Wer keine hat, landet auf dem Formular für die iPod-Registrierung. Wer jetzt denkt, mit Seriennummer und Kaufdatum wäre die Sache gegessen, irrt. Das nach einem Stück Obst benannte Unternehmen serviert mir stattdessen eine Art Bewerbungsbogen und fragt mich nach meiner Telefonnummer, meinem Beruf und – wie unhöflich – meinem Alter. Aber: Alle Angaben sind freiwillig.
So verpackt Apple den iPod nano (li) und dies steckt drin (re). Bilder: onlinekosten.de