"Soweit wir das sagen können, ist dabei RapidShare
die Quelle für Raubkopien im Internet. Einige unserer Verlage sehen bei mehr als der Hälfte aller Urheberrechtsverstöße eine Verbindung zu diesem Unternehmen", sagt McCoyd mit Blick auf die Schweizer.
"Für uns sind das nur Dateien"
RapidShare hingegen gibt sich ahnungslos und sieht sich keiner Schuld bewusst. So wisse man nicht, welche Arten von Dateien auf den eigenen Servern lägen. "Für uns sind das alles lediglich Dateien", kommentiert RapidShare-Sprecherin Katharina Scheid die Vorwürfe aus den USA gegenüber der "New York Times". Zudem würde jede illegale Datei auf Anfrage sofort entfernt, vorausgesetzt, es werde eine konkrete
URL genannt. Die Suche nach den Raubkopien obliegt freilich den Urhebern selbst - meist ein aussichtsloses Unterfangen. RapidShare selbst sieht sich derweil nicht in der Lage, bestimmte Dateien etwa bereits beim Upload - etwa mittels Filtertechnik - auszusperren.
Spitzenplatz bei Raubkopien
Beliebtes E-Book - The Lost Symbol
Cover: The Lost Symbol
So ist es auch kein Wunder, dass der Hoster weiterhin einen Spitzenplatz bei der Verteilung von Raubkopien einnimmt. Bei einem Test der kalifornischen Anti-Piraterie-Firma
Attributor mit dem E-Book "The Lost Symbol" von Erfolgsautor Dan Brown wurden allein 102 der 166 illegal im
Internet verfügbaren Kopien bei RapidShare gefunden.
Die Antwort der Schweizer auf die Vorwürfe ist simpel: Die Autoren sollten doch von Bands wie Nine Inch Nails oder Coldplay lernen. Diese vermarkteten sich schließlich auch selbst, indem sie Teile ihrer Werke kostenfrei im Netz verteilten. Für die Künstler bleibt da häufig nur Galgenhumor: Viele nähmen den Vorschlag gern an - sobald ihre Bücherlesungen auch ganze Stadien füllen.