Bislang konnten sich kostenpflichtige Nachrichten-Angebote weder im
Internet noch für
Mobiltelefone durchsetzen. Jetzt versucht der US-amerikanische Nachrichtensender CNN in Zeiten sinkender Anzeigenumsätze einen neuen Anlauf und will für seine
iPhone-Anwendung Geld verlangen.
iPhone-App für 1,99 Dollar
Die neue iPhone-App für aktuelle Nachrichten in Echtzeit soll laut einem Bericht des "Handelsblatt" 1,99 Dollar (1,40 Euro) kosten. Nach Ansicht von CNN sei das eigene Angebot einfach besser als das der Konkurrenz, die Zahlungsbereitschaft hänge von der Qualität ab. CNN werde für das iPhone und den
iPod Touch persönlich filterbare Nachrichten anbieten, die mit lokalen Ereignissen ergänzt werden könnten. Zudem soll ein Live-Stream bei Großereignissen angeboten werden. Aber auch der umgekehrte Weg werde unterstützt: Mittels iReport könnten Videos und Fotos an die CNN-Redaktion geschickt werden.
Negative Erfahrungen mit dem Versuch, Nachrichten kostenpflichtig an den Mobilfunkkunden zu bringen, musste beispielsweise die Nachrichtenagentur AP machen. Die Download-Zahlen für eine
BlackBerry-Applikation, die 2,99 Euro (zwei Euro) kosten sollte, gingen dermaßen rapide in den Keller, dass die Gebühr wieder aufgegeben wurde. Wie das "Handelsblatt" von der zuständigen AP-Vizepräsidentin Jane Seagrave erfahren hat, schnellten die Downloads danach wieder nach oben. Die zahlreichen kostenlosen Angebote auf dem Markt führt sie als schlichte Begründung an.
Anzeigen- oder Abo-Modell
So versuchen es die meisten Medienhäuser weiterhin, auch im mobilen Geschäft mit Anzeigen Geld zu verdienen. Langfristig könnten es sich die Anbieter allerdings nicht leisten, ihre Inhalte für die mobile Nutzung kostenlos anzubieten, so der Vizepräsident für digitale Geschäfte der "New York Times", Martin Nisenholtz.
Der
Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch versucht es hingegen mit einer offensiveren Strategie und hat eine Abonnementgebühr für die mobile Nutzung des "Wall Street Journals" angekündigt, mit der ein bis zwei Dollar pro Woche verdient werden sollen. Ob dieses Angebot aber tatsächlich von den Nutzern angenommen wird, muss nach den bisherigen Erfahrungen angezweifelt werden.