Der US-amerikanische Smartphone-Spezialist
Palm steckt seit geraumer Zeit in einer schweren Krise und auch im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres tief in der Verlustzone. So kommen immer wieder Übernahmegerüchte auf und ein häufig genannter Kandidat ist
Nokia.
Übernahme nur bedingt sinnvoll
Wie das Wirtschaftsblatt "Der Aktionär" und der Nachrichtenkanal "Bloomberg" berichten, hatten erneute Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch einen größeren Konzern einen großen Anteil an der deutlichen Kurssteigerung der Palm-Aktien an den vergangenen Tagen. So habe der Kurs am Dienstag um rund sieben Prozent zugelegt. Insbesondere der finnische Weltmarktführer Nokia soll verstärktes Interesse an Palm haben, was von einigen Analysten auch als sinnvoll angesehen werde. Bislang habe es aber von keinem der beiden Unternehmen eine Stellungnahme gegeben.
Eine Übernahme von Palm durch Nokia sei laut "Der Aktionär" aber nur bedingt nachvollziehbar. Das nötige Know-how im Hardware-Bereich besitzen die Finnen ausreichend und auf dem verbesserungswürdigen Gebiet von Inhalten und Applikationen wäre der Hersteller des durchaus erfolgreichen
Palm Pre keine überzeugende Hilfe. Außerdem seien von den Kartellbehörden Einwände zu dem Zusammenschluss zu erwarten.
Zunächst Kapitalerhöhung
Während die Gerüchteküche brodelt, will sich das angeschlagene
US-Unternehmen erst einmal mit frischem Kapital versorgen und hat am Mittwoch angekündigt, zunächst 20 Millionen Aktien zum Preis von 16,25 Dollar je Stück anzubieten. Palm rechnet mit einem Nettoerlös aus dieser Transaktion von rund 313 Millionen Dollar.
Michael Posdziech