Dienstag, 22.09.2009 15:43

Rekordstrafe: So soll Intel AMD ausgebremst haben

aus den Bereichen Sonstiges, Computer
Mittlerweile sind weitere Details zum Wettbewerbsstreit rund um Intel und die Geschäftspraktiken des Chipriesen bekannt geworden. Die Europäische Kommission hat eine nicht-vertrauliche Variante der Entscheidung vom 13. Mai dieses Jahres veröffentlicht, Intel ein Rekordbußgeld in Höhe von 1,06 Milliarden Euro aufzuerlegen. Unter anderem sind dort Äußerungen der Media Saturn Holding (MSH) zu lesen, der die Einzelhändler MediaMarkt und Saturn angehören.

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Inhalt:

1. Vereinbarungen mit Lenovo, NEC und der Media Saturn Holding
2. Übereinkommen mit Lenovo, HP, Dell und Acer und Stellungnahme von Intel

Wie die Kommission im Frühjahr entschied, habe Intel seine Stellung am Markt missbraucht, um Wettbewerber wie AMD zu verdrängen. Hierzu soll der Chip-Entwickler zum Beispiel PC-Herstellern und Elektronik-Händlern Geld gezahlt haben, damit sie Intel-Prozessoren verbauen beziehungsweise Geräte mit Intel-Innenleben verkaufen. Wie aus der Veröffentlichung der Kommission hervorgeht, war die MSH von Oktober 2002 bis Dezember 2007 Teil des Anti-AMD-Deals. Die Mitteilung zitiert die Elektronikmarkt-Kette wie folgt: "Hinsichtlich des Verkaufs von AMD-Computern war es für MSH klar, dass dies im Rahmen der Abmachung zumindest zu einer Senkung der von Intel pro Prozessor gezahlten Beträge führen würde. Hierdurch wären wiederum die Gesamt-Beträge gesunken, auch wenn die Anzahl der bei MSH verkauften Intel CPUs konstant geblieben wäre. Dies hätte MSH aber niemals ausprobiert.

Rabatte für Lenovo und NEC?

Auch Lenovo hat demnach 2007 mit Intel eine Vereinbarung getroffen, bei neuen Notebooks auf AMD Produkte zu verzichten. Die Kommission führt hierzu eine E-Mail an, in der ein Lenovo Mitarbeiter von einem "lukrativen Geschäft" spricht und AMD-Notebooks für 2007 eine Absage erteilt. NEC sollen ebenfalls - zwischen Oktober 2002 und November 2005 - bei der Ausstattung von PCs mit Intel Prozessoren günstigere Konditionen gewunken haben, wenn mehr als 80 Prozent der Hardware beim Chipriesen eingekauft werden.
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