Das Online-Auktionshaus
eBay nimmt immer weniger Geld ein. Unter anderem machen dem US-Unternehmen Auflagen von Markenherstellern zu schaffen. Online-Händler hatten in einer von dem Auktionshaus in Auftrag gegebenen Befragung über massive Beschränkungen beim Online-Verkauf von bestimmten Produkten geklagt. Im Juli hatte
eBay eine Online-Petition für freien Internethandel gestartet. Ziel der europaweiten Kampagne: Der US-Konzern möchte bei der EU eine Änderung der Wettbewerbsgesetze durchsetzen. Der EU-Kommission legte
eBay nun rund 750.000 Unterschriften von Nutzern vor.
eBay fordert Änderung des EU-Wettbewerbsrechts
eBay fordert in der - angesichts zurückgehender Gewinne nicht ganz uneigennützigen - Petition "ein Ende des Missbrauchs sogenannter selektiver Vertriebsvereinbarungen, die auf unfaire Weise den Online-Verkauf von Produkten in ganz Europa blockieren". Solche Praktiken würden Online-Unternehmen benachteiligen. Manche Hersteller erlaubten den Verkauf per
Internet etwa nur, wenn die Verkäufer auch ein eigenes Ladenlokal besitzen.
Die Verbraucher müssten als Folge solcher Beschränkungen unnötig hohe Preise für Waren zahlen. Die Auktions-Plattform wurde in Straßburg von eBay-Verkäufern aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland unterstützt, die sich dort mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments getroffen haben. Die EU-Kommission selbst berät noch bis zum 28. September über eine Überarbeitung der entsprechenden Gesetzgebung.
Von den über 750.000 Unterzeichnern der Online-Petition stammen alleine
rund 200.000 Unterschriften von Verbrauchern aus Deutschland. Bild: eBay.
eBay: Im Internet darf es keine Handelsbeschränkungen geben
Die Internet-Verkaufsplattform fordert von der EU eine Unterstützung des grenzüberschreitenden Online-Handels und eine Gleichberechtigung von Online- und Offline-Vertriebskanälen. Einige Markenhersteller vertreiben ihre Waren dagegen bevorzugt über eigene Vertriebssystem wie Fachhändler und könnten sich damit höhere Preise sichern. "eBay basiert auf einer einfachen Idee: Wir wollen dem Einzelnen mehr Einfluss verschaffen, indem wir einen globalen Marktplatz anbieten, auf dem praktisch jeder nahezu alles kaufen oder verkaufen kann", so Alex von Schirmeister, Europa-Leiter der Abteilung Handelsentwicklung bei eBay.
Mehr als 250.000 Verbraucher aus Großbritannien, über 200.000 aus Deutschland sowie mehr als 100.000 aus Frankreich haben die Online-Petition unter
www.ebaycampaigns.com bislang unterzeichnet. Noch bis zum 28. September wirbt das US-Unternehmen für die Petition. Unterstützung erhält eBay von Europaabgeordneten wie Mary Honeyball aus Großbritannien. "In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Europas Verbraucher und Unternehmen in der Lage sein, alle Produkte zu den attraktivsten Marktpreisen kaufen und verkaufen zu können", so Honeyball. Das veraltete europäische Wirtschaftsrecht müsse überarbeitet werden. Online-Händler müssten alle Güter verkaufen können, "ganz gleich, ob sie von Asda, Apple oder Armani stammen", so die Abgeordnete weiter.