Dienstag, 08.09.2009 15:15

Alpha-Blogger kassieren Kritik für "Internet-Manifest"

aus dem Bereich Sonstiges
Kurz nach der Veröffentlichung der Thesen meldeten sich zunächst massenhaft Befürworter des Manifests zu Wort. "Das Internet-Manifest unterstütze ich zu 100 Prozent", schrieb beispielsweise Claudia Sommer, die bei Greenpeace als Webmasterin und "Evangelist" für Soziale Medien arbeitet.

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Kritische Stimmen mehren sich

Im Kurznachrichtendienst Twitter und in unzähligen Blogeinträgen verlinkten massenhaft Netzbewohner auf das Manifest. Selbst der bekannte US-Medienforscher Jeff Jarvis griff in Twitter die Thesen auf. Kein Wunder, dass der Server des Manifestes schnell unter der Last der Anfragen zusammenbrach. Inzwischen läuft die Seite wieder ­doch im Netz melden sich nun immer mehr kritische Stimmen zu Wort.

Im Blog von Stefan Niggemeier stören sich manche Kommentatoren nicht nur an unfreiwillig komischen Formulierungen in dem Text ("zentraler Eckpfeiler"), sondern bemängeln auch eine fehlende Substanz des Papiers. "Ich fürchte, mit einem solchen halbgaren Thesenpapier macht man sich, ­pardon, ­eher lächerlich. Ich empfinde dies als kontraproduktiv", schreibt etwa Gregor Keuschnig.

Geltungssüchtige Blogger-Runde?

Andere Kommentatoren kritisieren, dass Behauptungen zur Wirtschaftlichkeit des Online-Journalismus nicht belegt würden. In dem Manifest heißt es: "Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele." Allerdings verzichten die Autoren dann darauf, solche Beispiele konkret aufzuführen. Außerdem vermuten manche Kritiker des Manifestes, dass sich hier nur eine geltungssüchtige Blogger-Runde in Szene setzen wollte.

"Die Heftigkeit der Kritik hat mich schon überrascht", sagt FAZ- Autor Stefan Niggemeier zu den über 200 Kommentaren, die die Leser seines Blogs hinterlassen haben. "Auf der Site des Manifests selber sind aber deutlich mehr positive Stimmen zu finden." Ziel sei es gewesen, eine Debatte zu entzünden. Dies sei zweifelsohne gelungen, auch wenn sich bislang kaum Verleger zu Wort gemeldet hätten. "Ich gehe aber schon davon aus, dass dies in den Verlagen aufmerksam zur Kenntnis genommen wird."
Hayo Lücke / dpa
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