Medienexperten fordern einen "Internetminister" nach der Bundestagswahl. Ähnlich den Beauftragten für Kultur und Integration sollte ein Beauftragter für digitale Medien im Range eines Staatsministers beim Bundeskanzler angesiedelt sein, heißt es in einem Papier des Deutschen Digital Instituts, das am Dienstag bei der Berliner Medienwoche vorgestellt wurde. Verfasst wurde der "Digitale Fahrplan für die neue Bundesregierung" vom "Media-Club de Rom", zu dem auch die Jung-Politiker Björn Böhning (SPD) und Philipp Mißfelder (CDU) gehören.
Internet muss verstanden werden
Zu den Forderungen zählen außerdem ein eigenständiger Ausschuss für Fragen des
Internets und eine Fortbildung für Abgeordnete. "Viele wichtige Entscheidungen des Bundestags in diesem Bereich werden leider nicht auf Basis von eigenem Erfahrungswissen getroffen." Nur wer das Web, Blogs, YouTube, Facebook und
Twitter wirklich selbst nutze, verstehe die digitale Welt.
In Deutschland gebe es kein breit verankertes und getragenes Konzept über die digitale Gegenwart und Zukunft, heißt es weiter. "Das medienpolitische Leitbild der Bundesregierung ist nicht erkennbar."
Hayo Lücke
/ dpa