Der Kabelkonzern Escaline-
Orion kämpft mit rund 1,9 Milliarden Schulden. Die Banken fordern den Verkauf der Tochterunternehmen
Tele Columbus und
Primacom. Doch der Londoner Finanzinvestor Scott Lanphere, der bisherige Orion-Mehrheitseigner, will nicht die Kontrolle über den Konzern verlieren. Eine Kapitalspritze soll in letzter Minute die Rettung bringen, wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet.
80 Millionen Euro für Orion
In der vergangenen Woche wurde zunächst eine Stundung für anstehende Zinszahlungen erreicht. Dadurch haben Banken und Eigentümer zunächst bis zum kommenden Februar Zeit für die Sanierung der verschachtelten Unternehmensgruppe gewonnen. Ein Verkauf von Tele Columbus und Primacom an Interessenten wie
Kabel Deutschland,
Versatel oder
Vodafone würde aktuell nach Schätzungen von Branchenexperten maximal eine Milliarde Euro einbringen. Mehrheitseigner Lanphere plane daher Orion mit frischem Kapital in Höhe von 80 Millionen Euro wiederzubeleben. Ausstehende Orion-Zahlungen bei Banken sollen beglichen werden. Außerdem möchte er nach Informationen der "FTD" über die Zwischenholding Omega zunächst 22 Prozent der Primacom-Aktien kaufen und ins operative Geschäft von Tele Columbus investieren.
Orion-Eigentümer spielen auf Zeit
Dieser Plan würde den Escaline-Orion-Eigentümern, neben Lanphere's Beteiligungsfirma Aletheia auch die Großbanken Société Générale und ABN Amro, Zeit für einen günstigeren Verkaufstermin verschaffen. Zu einem späteren Zeitpunkt ließen sich bei einem Verkauf der dann sanierten Unternehmen Tele Columbus und Primacom vermutlich erheblich höhere Preise erzielen.