Der taiwanesische
Handyhersteller HTC will sich nicht auf nur eine Software auf dem Handy festlegen. Bislang bietet HTC Geräte mit Windows und der Google-Software Android an, und das soll nach den Worten von Deutschland-Regionaldirektor Lars-Christian Weisswange auch so bleiben. "Beide Plattformen sind wichtig. Uns liegt daran, dass beide erfolgreich sind", sagte Weisswange der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Beide Systeme hätten eine gewisse Marktmacht. "Das ist ein guter Hebel für uns." Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin stellte HTC jeweils ein neues Geräte mit Android und Windows vor.
Zwei neue Smartphones
Windows Mobile habe mit dem Update auf Version 6.5 einen wichtigen Schritt in Richtung Benutzerfreundlichkeit gemacht, sagt Weisswange. Das zur IFA vorgestellte Windows-Modell
Touch2 soll im Oktober in Deutschland auf den Markt kommen. Am Dienstag stellten die Taiwanesen zudem ihr viertes auf Android basierendes Modell mit dem Namen
HTC Tattoo vor. Es verfügt nur über ein 2,8-Zoll-Display, auf die Multi-Touch-Technologie wurde aus diesem Grund auch verzichtet. Auf einer eigens eingerichteten Webseite können die Besitzer ihr eigenes Design für ihr Handy kreieren.
HTC sei mit Android zufrieden, stellte Weisswange fest. Der Markt für die offene Plattform wachse sehr schnell: "Wir haben inzwischen die Indikation, dass die Download-Raten am Android-Marketplace zu den besten am Markt gehören." Ähnlich wie bei Apple hat auch die Entwicklergemeinschaft um Google eine Online-Plattform entwickelt, von der kleine Hilfsprogramme für das Handy heruntergeladen werden können. Bislang hat der
iPhone-Hersteller bei den sogenannten Apps die Nase vorn. Eine eigene Plattform, auf der solche Programme entwickelt werden, plant HTC nicht: "Wir sind ein Gerätehersteller und konzentrieren uns auf Geräte", sagte Weisswange.
Marktführerschaft muss nicht erreicht werden
Die Konkurrenz von Branchenprimus
Nokia, der nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner immer noch mehr als 40 Prozent des Marktanteils bei Smartphones hält, sieht Weisswange gelassen. HTC biete vor allem Geräte in der gehobenen mittleren und oberen Preisklasse an. "Wir sind nicht so breit aufgestellt, wir müssen die Marktanteile von Nokia überhaupt nicht erreichen." In einigen Preissegmenten seien die Verkaufszahlen mit Nokia allerdings durchaus vergleichbar.
Das kürzlich vorgestellte
Netbook von Nokia, das
Booklet 3G, fordert Weisswange nicht heraus: "Wie werden sicher nie mit einem klassischen Netbook auf den Markt kommen, sondern etwas anbieten, das mehr Überraschungseffekte bereithält." Außerdem seien die Margen bei den Smartphones deutlich attraktiver.