Es war schon ein kleiner Skandal, als
Amazon in diesem Sommer zwei digitalisierte Werke des Autors
George Orwell von den Kindle-Lesegeräten zahlreicher Käufer löschte. Jetzt entschädigt das Unternehmen betroffene Kunden.
Schöne neue Welt
Allerhand US-Amerikaner, die sich das E-Book von "1984" oder "Farm der Tiere" (Originaltitel "Animal Farm") über den Buchhändler Amazon kauften, staunten nicht schlecht, als der Text Mitte Juli nicht mehr auf dem
Kindle-Lesegerät auffindbar war. Der Grund: Amazon veranlasste über die
Mobilfunk-Schnittstelle eine Löschung. Der Drittanbieter "MobileReference", der das E-Book über die Amazon-Website vertrieb, hatte schlichtweg nicht die Rechte dazu - wodurch sich Amazon veranlasst sah, die illegalen Texte zu löschen. Immerhin erhielten die Betroffenen prompt das Geld zurück.
Im Hause Amazon distanzierte man sich schnell von der eigenen Vorgehensweise. Kurz nachdem der Fall an die Öffentlichkeit kam, machte das Unternehmen klar, dass man
künftig keine Werke mehr löschen werde, sollte in Zukunft ein ähnlicher Fall auftreten. Amazon-Chef Jeff Bezos nannte die Aktion in einer E-Mail an betroffene Kunden sogar "dumm, undurchdacht und schmerzhaft widersprüchlich zu den Unternehmensprinzipien von Amazon".
Die betroffenen Werke in deutscher Fassung.
Bild: Amazon / onlinekosten.de
30 Dollar als Wiedergutmachung
Um zu unterstreichen, wie sehr man den Fehltritt bereut, erhalten Geschädigte jetzt noch ein Entgegenkommen von Amazon. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, können betroffene Kindle-Nutzer das gelöschte E-Book kostenfrei auf ihr Lesegerät laden. Möchten sie dies nicht, haben sie die Möglichkeit auf einen Einkaufsgutschein oder Scheck in Höhe von 30 US-Dollar. Ob Amazon mit dieser gut gemeinten Aktion den Image-Schaden, den das Unternehmen in den USA durch diesen Fehltritt erlitt, wieder ausbügeln kann, muss sich zeigen. Immerhin führte die öffentliche Kritik zu einem Umdenken im Unternehmen.