3D-Fernsehen als Messeneuheit, viel Optimismus und große Erwartungen: Die Branche der Unterhaltungselektronik setzt zu Beginn der Funkausstellung IFA ein Zeichen gegen die Wirtschaftskrise. Auf der weltgrößten Branchenschau zeigen von Freitag an 1.164 Aussteller aus 60 Ländern das Angebot eines Multimedia-Kaufhauses.
Branchen bieten Krise die Stirn
Weitere Themen der 49. IFA sind mehr Komfort und leichtere Bedienbarkeit, stromsparende Geräte, das hochauflösende
High Definition Fernsehen HDTV sowie die weitere Verschmelzung von
Internet und TV.
Die Branchen der Unterhaltungselektronik, Hausgeräte sowie Kommunikation und Fotografie zeigen sich als recht robust, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu, Rainer Hecker, bei der Eröffnungsgala am Donnerstag laut vorab verbreitetem Redetext. "Denn unsere Branchen bieten der Krise die Stirn."
3D-Fernsehen überraschend Thema
Zum aufsehenerregenden Thema der IFA wurde etwas überraschend das 3D-Fernsehen, das aus dem Kino bekannte dreidimensionale Bilder auch ins Wohnzimmer bringen soll. Die japanischen Branchenriesen Sony und Panasonic kündigten in Berlin
3D-taugliche Fernseher und Blu-ray-Abspielgeräte für das kommende Jahr an. "Nächstes Jahr wird sich das Fernsehen dramatisch verändern", prophezeite Panasonic-Manager Yoshiiku Miyata.
Branchenexperten und Wettbewerber meldeten allerdings umgehend Zweifel an. Es dürfte noch bis zu sieben Jahre dauern, bis die Technik ausgereift ist, sagte der amerikanische Technologie-Analyst Rob Enderle. "3D ist zwar der Traum der Fernsehzuschauer und der Ingenieure. Die Technologie läuft aber noch nicht stabil", sagte Philips-Manager Andrea Ragnetti. Es sei auch nicht klar, ob die Menschen bereit seien, sich mit 3D-Brillen vor den Fernseher ins Wohnzimmer zu setzen.