Nach der Veröffentlichung des neuen Apple-Betriebssystems
Snow Leopard setzt Microsoft alles daran, sein neuestes Flaggschiff
Windows 7 zum Erfolgsmodell der digitalen Welt zu machen. Nach der sehr mäßigen Bilanz von Vista liegen derzeit große Hoffnungen auf dem Nachfolger. So zeigt der Softwarekonzern auf der IFA in Berlin gemeinsam mit Partnern erste
Computer,
Laptops und
Mini-Notebooks mit dem Betriebssystem.
Windows 7-Notebooks ab Herbst
Viele große und kleine Notebooks unter anderem von Asus, Acer, HP, Medion und Samsung werden bereits im Herbst in den Handel kommen, kündigte Microsoft am Mittwochabend an. In Berlin werde auch zu sehen sein, wie mit Windows 7 "die Welten von Fernsehen und Internet immer stärker zusammenwachsen", sagte Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg. So könnten über Microsofts Media Center mit Windows 7 auch Inhalte aus dem Internet in das laufende TV-Programm eingeblendet werden. Musik und Videos sollen sich auf der Basis des neuen Betriebssystems auch deutlich schneller durchsuchen und sortieren lassen.
Darüber hinaus sollen neue Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm mit Hilfe von Windows 7 neben vielen weiteren Neuerungen auch die sogenannte Multitouch-Funktion unterstützen. Damit kann der Nutzer mit den Fingern etwa Programme steuern oder ähnlich wie bei Apples iPhone einzelne Bilder aufziehen und vergrößern. Zudem will Microsoft auch ein Modell seines Computertisches Surface auf der IFA zeigen, der allerdings noch mit dem eher ungeliebten Vista-Betriebssystem läuft. Das Gerät soll laut Microsoft künftig auch bei den
Mobilfunk-Anbietern
Vodafone und
o2 in deren Verkaufsräumen eingesetzt werden.
Microsoft hofft auf Windows 7 und erwartet den Verkauf von über 177 Millionen Lizenzen bis Ende 2010.
Bild: Microsoft
Umstieg für Unternehmenskunden bereits möglich
Microsoft ist sehr zuversichtlich, dass Windows 7 auch im Geschäftsbereich vielfach zum Einsatz kommen wird, nachdem Vista hier auf wenig Gegenliebe gestoßen war. "Von Unternehmerseite gab es bereits sehr gutes Feedback zu Windows 7", sagte Marcel Schneider, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland. Viele Firmen planten bereits einen Wechsel. Unternehmenskunden könnten bereits jetzt auf das
Betriebssystem umsteigen, so der Softwarehersteller. Helfen soll dabei auch eine
90-Tage-Testversion von Windows 7 Enterprise, die sich speziell an die IT-Profis und Administratoren von interessierten Firmen richtet sowie eine sechsmonatige
Einführungsaktion für Windows 7 Professional Upgrade Lizenzen.
Offizieller Marktstart für Windows 7 ist der 22. Oktober. Für Konsumenten hatte Microsoft zuletzt eine begrenzte Verkaufsaktion gestartet, bei der interessierte Kunden die Software zu einem
Sonderpreis von rund 50 Euro vorbestellen konnten.