Schon bald kommen neue
UMTS-Lizenzen unter den Hammer. Eines ist davor schon klar:
E-Plus wird es schwer haben, mit den Geboten der Großen mitzuhalten. Der Grund: dem kleinsten deutschen Mobilfunker fehlt ein finanzstarker Partner. Konzern-Mutter KPN scheint obendrein den Fokus nicht auf mobile Internetverbindungen zu legen. Sollten sich die Befürchtungen einstellen, wird es E-Plus schwer haben, im Markt zu bestehen. Dies berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf befragte Analysten.
Große UMTS-Auktion geplant
Für das zweite Quartal 2010 hat die Bundesnetzagentur eine neue UMTS-Auktion geplant. Der Prozess der Auktion soll schon Ende dieses Jahres anlaufen. Versteigert werden ebenso zurückgegebene Frequenzen aus der Auktion im Jahr 2000, wie auch zahlreiche neue. Auch kommt der freie Frequenzbereich aus der
Digitalen Dividende unter den Hammer, der aber nur unter Auflagen veräußert wird. "Die Frequenzen der Digitalen Dividende dienen in erster Linie dazu, in ländlichen Regionen eine Breitband-Anbindung zu schaffen", sagte Rudolf Boll von der Bundesnetzagentur gegenüber onlinekosten.de.
Vorteil der Frequenzen der Digitalen Dividende ist deren große Reichweite. Die Mobilfunkunternehmen müssen daher wenig in neue Infrastruktur investieren, um eine große Fläche mit UMTS zu versorgen, können pro Zelle aber nur eine begrenzte Anzahl von Nutzern bedienen. Die Bundesnetzagentur gibt den bietenden Unternehmen daher den Rat, die Frequenzen möglicherweise gemeinsam zu nutzen, um die Kosten für den Ausbau möglichst gering zu halten. Die resultierende Win-Win-Situation: Der Kunde freue sich über Wettbewerb und größere Verfügbarkeit von UMTS, die Unternehmen über niedrige Ausbaukosten.
Wie bei einer Auktion üblich, gewinnt jener Bieter mit der höchsten Zahlungsbereichtschaft. Dies ist besonders für die Kleinen am Markt, also E-Plus und o2, ein Problem. Zwar werden weitaus geringere Preise für die Frequenzen erwartet, wie noch im Jahr 2000. Doch entscheidet die Auktion in nicht unerheblichem Maße darüber, wie die Mobilfunkunternehmen auf lange Frist aufgestellt sind.
Sorgenkind E-Plus
E-Plus profitiert im Augenblick sehr stark von seinem
Flatrate-Geschäft. Die Marke
Base erfreut sich besonders in den Großstädten großer Beliebtheit, mit der Discountmarke
simyo revolutionierte E-Plus zudem den
Prepaid-Markt. Eines rückte bei der Mehrmarken-Strategie aber immer mehr in den Hintergrund - die
mobilen Datendienste. E-Plus fokussiert sich wie kein anderes Mobilfunkunternehmen hierzulande auf Sprachdienste. Dies könnte dem Unternehmen auf lange Sicht erheblichen Schaden zufügen.