Am trüben Halbleiter-Horizont zeigen sich offenbar erste Lichtstreifen. Der weltweite Halbleiter-Markt hat sich im Juli den fünften Monat in Folge erholt. Im Vergleich zum Vormonat sei der Umsatz um 5,3 Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar geklettert, teilte der Branchenverband SIA am Montag im kalifornischen San Jose mit. Dazu beigetragen hätten alle Regionen. Der Umsatz lag aber um 18,2 Prozent unter dem Vorjahreswert von 22,2 Milliarden Dollar.
Notebooks und Handys machen's möglich
Als Ursache macht SIA-Präsident George Scalise die Nachfrage nach Konsumgütern wie Notebooks und Handys aus. Der Verkauf von Informationstechnologie an Unternehmen verlaufe jedoch noch vergleichsweise schleppend.
Vorsichtiger Optimismus auch bei Infineon: Der angeschlagene Halbleiter-Konzern
setzt auf steigende Nachfrage. Vor allem im Bereich Auto- und Industriechips wittert man Morgenluft. Das Unternehmen will seine Produktion vorsichtig anheben, auch wenn Konzenumbau und Preisverfall üble Löcher in die Finanzdecke gerissen haben.
Positive Signale kommen auch aus Südkorea. Samsung begrüßte die
Rückkehr seiner Halbleitersparte in der Gewinnzone. Im ersten Quartal hatte der Zweig noch ein Defizit verzeichnet. Als Zugpferd sieht der Elektronikriese neben Maßnahmen zur Kostensenkung die steigenden Preise für Speicherchips und Flash-Speicher für Digitalgeräte.
Qimonda hofft noch auf Investor
Für den insolventen Dresdner Halbleiter-Hersteller Qimonda kommt der Hoffnungsschimmer wohl zu spät. Dort geben sich die Interessenten an einzelnen Kuchenstücken
bereits die Klinke in die Hand.
Insolvenzverwalter Michael Jaffé hofft jedoch immernoch auf die rettende Gesamtlösung. Die Suche nach einem Investor gehe weiter und ende erste, wenn die Produktionsanlagen noch nicht vollständig verwertet seien, hat er kürzlich klargestellt.
Dorothee Monreal
/ Mit Material der dpa