Zwei Monate vor dem
Start von Windows 7 am 22. Oktober heizt Apple seit diesem Freitag mit seinem
neuen Betriebssystem Mac OS X "Snow Leopard" den Wettbewerb mit Microsoft an. Im Gegensatz zu den Systemaktualisierungen zuvor setzt Apple dabei nicht auf eine Vielzahl von neuen Funktionen, sondern verspricht seinen Kunden ein schlankes und schnelles System, mit dem ein Macintosh-Rechner künftig noch zuverlässiger und einfacher zu bedienen sei. Von den Verbesserungen können allerdings nur die Besitzer eines modernen
Macs mit einem Intel-Chip profitieren, da Snow Leopard auf älteren Maschinen mit einem
PowerPC-Prozessor nicht mehr läuft.
Unterstützung von 64 Bit-Systemen
Viele der Änderungen sind für die Anwender gar nicht oder zumindest nicht auf den ersten Blick sichtbar, da sie die Architektur "unter der Haube" betreffen. Die Apple-Software unterstützt künftig neben 32-Bit auch 64 Bit-Systeme, womit mehr Hauptspeicher genutzt und Programme schneller laufen können. Außerdem führt Apple mit "Grand Central Dispatch" und "OpenCL" neue Technologien ein, um die Mehrkern-Architektur moderner Computerchips sowie die ständig wachsende Power der
Grafikkarten besser nutzen zu können.
Windows 7 und Snow Leopard: Microsoft und Apple wollen mit ihren neuen Betriebssystemen
bei den Kunden punkten. Bild: Microsoft/Apple.
Windows 7: weniger Sicherheitsnachfragen
Microsoft verfolgt mit dem im Vergleich zu Snow Leopard deutlich teueren
Windows 7 einen anderen Ansatz. Mit dem Vorgängersystem Windows
Vista hatte der Softwareriese bereits vor zwei Jahren gravierende Änderungen in der Systemarchitektur vorgenommen, die damals aber viele Partner und Kunden überforderten. So liefen dann etliche Programme oder externe Geräte wie Drucker zunächst nicht mit dem neuen System. Diese Schwierigkeiten sollen mit Windows 7 überwunden werden. Außerdem nutzt Microsoft nun die Gelegenheit, die in der Kritik stehende Benutzeroberfläche von Vista zu überarbeiten, so dass die Anwender beispielsweise künftig seltener von dem System mit Sicherheitsnachfragen genervt werden.
Snow Leopard: Schlanke Software mit neuem Update-Konzept
Apple führe mit Snow Leopard "ein radikales Konzept eines Software-Updates ein, das schlanker, schneller und besser anstatt größer, langsamer und aufgeblähter" sei, urteilt David Pogue von der "New York Times". Nach der Installation kann man unmittelbar sehen, was Apple unter "schlank" versteht. Bis zu sieben Gigabyte Speicherplatz gibt Snow Leopard auf der
Festplatte frei. Das ist eine echte Premiere, denn bislang verschlangen neue Systeme immer mehr Platz. Die Geschwindigkeitsverbesserungen betreffen vor allem die Benutzeroberfläche "Finder", den
Internetbrowser "Safari" und das Programm für die elektronische Post "Mail".