Mit der Leichtathletik-WM in Berlin konnten viele der rund 13 Millionen Besitzer eines neuen Fernsehers in Deutschland erstmals live erleben, was die Aufkleber "HD ready" oder "Full HD" auf ihrem Gerät in Wirklichkeit bedeuten. Neun Tage lang sendeten ARD und ZDF Bilder aus dem Olympiastadion, die in einer hohen Auflösung gestochen scharf auf den Flachfernsehern erschienen. Die Aufnahme eines Regelbetriebs in
HDTV plant das ZDF zum Beginn der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. Doch auch im kommenden Jahr werden Fernsehsendungen der öffentlich-rechtlichen Sender und ihrer privaten Konkurrenten in hoher Auflösung die Ausnahme bleiben.
IPTV für die Zukunft
Vom eklatanten Mangel an HDTV-Sendungen könnten nun Anbieter profitieren, die Alternativen zu den Sendekanälen via
Kabel und
Satellit offerieren. "Hochauflösende Bilder werden im zunehmenden Wettbewerb der TV-Empfangstechnologien eine wichtige Rolle spielen", sagt Michael Schidlack, Bereichsleiter und TV-Experte im Branchenverband Bitkom. 58 Prozent der TV-Zuschauer in Deutschland seien bereit, für HD-Fernsehbilder ihren Empfangskanal zu wechseln. Das habe eine von der Bitkom unterstützte Umfrage der Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) in München ergeben. Von den Wechselwilligen können sich demnach fast 30 Prozent vorstellen, statt Kabel oder Satellit das
Internet TV zu nutzen, also den TV-Empfang über das
Internet.
In Deutschland sind 20 Millionen Haushalte zumindest theoretisch in der Lage, HDTV-Signale über das Internet zu empfangen. Davon hat aber nur ein Bruchteil tatsächlich ein IPTV-Abo abgeschlossen. Mit 720.000 Kunden für
T-Home Entertain (Stand: Ende Juni 2009) führt die
Deutsche Telekom den Markt klar an. Und Telekom-Sprecher Marc Sausen erwartet weitere Impulse durch die
Fußball Bundesliga, die T-Home Entertain über den Sender
Liga Total im Wettbewerb mit dem über Kabel und Satellit sendenden Bezahlsender
Sky (
ehemals Premiere) live anbietet.