Die Erfolgsgeschichte des amerikanischen
sozialen Netzwerkes Facebook geht weiter. Nach dem Siegeszug rund um den Globus mit der
Gewinnung von mehr als 250 Millionen Mitgliedern, konnte die Plattform in den letzten Monaten auch in Deutschland zahlreiche neue Nutzer gewinnen. "Netzökonom" Holger Schmidt, seines Namens Redakteur für die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), berichtet in seinem Blog, Facebook habe laut der Marktforscher von Nielsen im Juli sogar erstmals den Spitzenplatz in Deutschland knapp vor wer-kennt-wen.de eingenommen. Damit ließ das Online-Netzwerk auch die größten Konkurrenten, die drei VZ-Netzwerke StudiVZ, SchülerVZ und meinVZ sowie MySpace, hinter sich.
6,2 Millionen deutsche Nutzer
Zwischen März und Juli ist die Zahl der Nutzer bei Facebook demnach um mehr als 50 Prozent auf knapp 6,2 Millionen angestiegen. Die drei VZ-Netzwerke kommen zusammengezählt zwar noch auf 8,7 Millionen Nutzer, doch als einzelne Plattform führt Facebook die Rangliste an. Das US-Unternehmen verzeichnet zudem derzeit ein schnelles Nutzerwachstum, während bei den Wettbewerbern mit der Ausnahme von meinVZ das Wachstum eher stagniert.
Langfristig
peilt Facebook weltweit eine Milliarde Mitglieder an. Noch in diesem Jahr will die Online-Plattform die Belegschaft um 50 Prozent auf dann 1.500 Mitarbeiter aufstocken. Durchschnittlich verweilen Nutzer zwei Stunden und 24 Minuten pro Monat auf den Profil- und Anwendungsseiten von Facebook. MySpace kann seine Mitglieder als Schlusslicht im Vergleich dazu nur 35 Minuten pro Monat an sein Netzwerk binden.
XING weiter Marktführer bei den Business-Netzwerken
Bei den Geschäftsnetzwerken kann die Plattform XING ihre Position in Deutschland gegenüber dem US-Pendant Linkedin weiterhin behaupten. Während XING knapp 3,6 Millionen Nutzer zählt, kommt der Weltmarktführer Linkedin hierzulande nur auf magere 440.000 Nutzer. Selbst der
Start einer deutschsprachigen Linkedin-Version konnte dem US-Unternehmen keinen Auftrieb verschaffen.
Knapp zwei Millionen Twitterer in Deutschland
Nielsen hat auch die Entwicklung von
Twitter unter die Lupe genommen. Der Kurznachrichtendienst konnte seine Nutzerzahlen seit März auf 1,99 Millionen Menschen erhöhen. Doch viele schnuppern in den auch durch die Medien gehypten Dienst nur aus Neugierde mal kurz hinein. Im Juli sollen in dem Dienst laut Messungen des Blogs Webevangelisten nur 145.000 deutschsprachige Twitterer wirklich aktiv gewesen sein. Die durchschnittliche Verweildauer auf dem Kurznachrichtendienst ist seit März auf knapp 13 Minuten gestiegen. Ein Effekt von Twitter ist eine Beschleunigung von Nachrichten im Netz: Online-Medien, aber auch herkömmliche Medien wie Fernsehsender berichten seitdem schneller über aktuelle Ereignisse.