Mobiles Internet per
UMTS ist relativ erschwinglich geworden. Mit Bandbreiten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) kann - zumindest theoretisch - im
Internet mit einer Geschwindigkeit eines
DSL 6000-Anschlusses gesurft werden. Doch
LTE, der UMTS-Nachfolger, steht bereits in absehbarer Zeit vor dem Marktstart. Im nächsten Jahr sollen nach den Vorstellungen von
Vodafone und Ericsson erste Kunden per LTE mobil im Netz surfen können. Der Mobilfunknetzbetreiber
T-Home testet unterdessen weiter den neuen Funkstandard und hat nun nach eigenen Angaben das größte Testnetzwerk auf LTE-Basis vorgestellt.
Netzwerk mit 60 Funkzellen
Im österreichischen Innsbruck hat die Telekom in Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsgerätehersteller Huawei bereits im vergangenen Monat ein Netz mit 60 Funkzellen zu Testzwecken in Betrieb genommen. Nach Angaben der Telekom handelt es sich um den weltweit ersten Live-Feldversuch für die mobilen neuen Breitbanddienste und den europaweit größten LTE-Test. Mit dem Next Generation Mobile Network (NGMN) will die Telekom ihren Kunden einen Ausblick auf die kommende Zukunft der Kommunikation und Unterhaltung geben. Das Testnetz wurde auf Basis des existierenden 3GM-Rasters implementiert. Bereits 2005 war T-Mobile Austria das erste Unternehmen, das flächendeckend
HSDPA in Österreich einführte.
Downstream bis zu 50 Mbit/s im Netzwerk
T-Mobile will mit dem Testnetz Kundenerfahrungen sammeln und die LTE-Technolgie erproben. Dabei stehen Qualität, Stabilität und Zuverlässigkeit des Netzwerkes im Vordergrund. Örtlich unterschiedliche Umgebungen wie innerstädtische Bereiche in Innsbruck oder in Gebieten außerhalb der Metropole sollen die nötigen praxisnahen Rahmenbedingungen liefern. Eine
Breitband-Glasfaseranbindung an alle Standorte sorgt für schnellen Datentransport. "Im Rahmen dieses Showcase kommen neue NGMN-Geräte zum Einsatz, die für eine Vielzahl verschiedenster Anwendungen, wie zum Beispiel die Hochgeschwindigkeitsübertragung von Dateien und
Video-on-Demand höchster Qualität, im Down- und Uplink eine Datengeschwindigkeit von 50 Mbit/s erreichen können", so Jim Burke, Technischer Leiter von T-Mobile Austria. Laut Huawei bedeute der Test einen "Meilenstein für die Mobilfunkbranche".
Schon im vergangenen Jahr hatte
T-Mobile einen ersten öffentlichen LTE-Test in Bonn und später in Wien durchgeführt. In Bonn wurden damals Übertragungsraten von bis zu 150 Mbit/s erreicht. Aber auch Konkurrent Vodafone hat bereits Tests mit der UMTS-Nachfolgetechnologie gemacht, im April dieses Jahres wurde etwa ein
LTE-Pilotprojekt in NRW gestartet.