Googles digitales Bücher-Projekt weckt weiter Wettbewerbs-Bedenken und erhält nun neuen Gegenwind. Mit Amazon, Microsoft und Yahoo wollen laut Medienberichten drei Schwergewichte der
Internet-Branche gegen die geplante Einigung des Suchmaschinen-Spezialisten mit US-Autorenverbänden und Verlagen vorgehen.
Kritik an Einigung mit Google
Die drei Unternehmen hätten sich dafür einer Koalition um das gemeinnützige Projekt Internet Archive angeschlossen, schrieben am Freitag die "New York Times" und das "Wall Street Journal". Die Kritiker argumentierten, dass mit der anstehenden Einigung das Angebot von digitalen Bücher eines Tages in der Hand nur eines einzigen Unternehmens liegen könnte, hieß es.
Eine Einigung zwischen Google mit US-Autorenverbänden und Verlagen von Oktober vergangenen Jahres sieht vor, dass Google gegen Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht erhält, Bücher von Universitäten und Büchereien zu digitalisieren und ins Netz zu stellen. Diese Einigung muss noch von einem Gericht genehmigt werden, das US- Justizministerium hat eine eigene Untersuchung der Wettbewerbsfolgen eröffnet.
"Enorme Konsequenzen"
Es werde vielen erst langsam bewusst, dass diese Einigung "enorme, weitreichende und wettbewerbsbehindernde Konsequenzen" hat, sagte Gary Reback, Anwalt und Berater der Koalition, der "New York Times". In den 90er Jahren war Reback einer der Wortführer in dem Kartellverfahren gegen Microsoft gewesen.