Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die Problematik - und die Lösung: Besaßen Anfang der 90er-Jahre nur einige wenige Geschäftsleute ein eigenes
Handy, begann der Siegeszug des mobilen Telefonierens wenig später durch die Einführung von preisgünstigen Tarifmodellen und kleineren Handys.
Mobiles Internet könnte heute eine ähnliche Begeisterung auslösen - vorausgesetzt, die
Provider drehen die Preisschraube nach unten, so eine neue Studie von Fittkau & Maaß Consulting.
Hohe Kosten und zu umständlich
Laut den Hamburger Marktforschern spielt die Online-Nutzung unterwegs für viele Besitzer eines internetfähigen Mobiltelefons bisher nur eine Nebenrolle. Lediglich ein Viertel wählt sich mindestens einmal in der Woche in das weltwelte Datennetz ein. Auch in Zukunft wird sich dieser Wert kaum ändern - zumindest unter den gegebenen Bedingungen. So gaben nur fünf Prozent der aktuell bekennenden Nicht-Nutzer an, im kommenden Halbjahr mobiles Internet - etwa über
UMTS oder
EDGE - verwenden zu wollen. Eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent sprach sich weiterhin dagegen aus.
Mobiles Internet per Handy bleibt ein Nischenphänomen. Grafik: Fittkau & Maaß
Zentrale Ursache für die Ablehnung
mobiler Datentarife sind mit Abstand zu hohe Gebühren, die durch mehr als 70 Prozent der Befragten kritisiert wurden. An zweiter Stelle folgt die noch immer mangelnde Benutzerfreundlichkeit des mobilen Surfens auf vielen Handys, jenseits der teureren Smartphones. Über 44 Prozent der Offliner nannten die, aus ihrer Sicht, unkomfortable Bedienbarkeit von
Internetseiten via
Mobiltelefon als Ablehnungsgrund.
Keine Überraschung: Hauptsächlich die hohen Kosten schrecken potentielle Nutzer mobilen Internets ab.
Grafik: Fittkau & Maaß
Smartphone-Besitzer liegen vorn
Die Fans des mobilen Internets finden sich daher - wenig überraschend - deutlich häufiger unter den Smartphone-Besitzern. Wer
iPhone,
Palm Pre oder
Blackberry sein Eigen nennt, ist häufig besser situiert und kann auf weitaus intelligentere Bedienungskonzepte zurückgreifen. Weder der Kostenfaktor noch ein mangelnder Anwenderkomfort behindern hier die mobile Datennutzung. Während bei Besitzern klassischer Internethandys weniger als 20 Prozent täglich unterwegs online sind, liegen die Smartphoner mit über 33 Prozent deutlich an der Spitze.
Die Empfehlungen der Studie klingen eindeutig: Soll mobiles
Internet den Durchbruch zum wirklichen Massenmedium schaffen, sind Netzbetreiber, Provider und Handyhersteller gleichermaßen gefragt. Ohne günstigere Tarife, einfachere Preismodelle und bessere Internethandys werde sich am bisherigen Nutzungsverhalten der meisten Mobiltelefonierer nicht viel ändern. Spätestens mit Einführung von
LTE wird die mobile Online-Nutzung jedoch mit Sicherheit wieder deutlich mehr Fahrt aufnehmen.