Die
Versteigerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier im
Internet ist nach noch nicht einmal 24 Stunden wieder gestoppt worden. Mit der Aktion in der Auktionsbörse
eBay wollten die Berliner Künstler vom Zentrum für Politische Schönheit nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen den inspirationslosen Wahlkampf und die Politikverdrossenheit in Deutschland setzen.
Unfreundlicher Anruf?
Bevor die beiden Angebote gelöscht worden seien, habe eine "relativ unfreundliche" Anruferin aus dem Bundeskanzleramt die Künstler aufgefordert, die Auktionen zu entfernen, sagte Mitinitiator Philipp Ruch am Mittwoch. In dem Telefonat habe er angeboten, dass sich die Kanzlerin "für 5,6 Millionen Euro freikaufen" könne. Daraufhin habe die Mitarbeiterin aufgelegt. Ein Regierungssprecher erklärte jedoch auf Anfrage, dass es ein solches Telefonat nicht gegeben habe. "Das Kanzleramt war nicht mit der Aktion befasst und wird gegen die Auktionen auch nichts unternehmen".
Die Versteigerungen von Merkel und Steinmeier auf der philippinischen Seite des Auktionshauses waren am Dienstag von den Berliner Aktionskünstlern initiiert worden. Mit den Einnahmen wollten sie ein Projekt zur Rettung ertrinkender Flüchtlinge im Mittelmeer und das World-Food-Programm der Vereinten Nationen unterstützen.
Höchstgebote eher bescheiden
Laut Ruch hatten weltweit mehr als 10.000 Besucher die Auktion von Angela Merkel aufgerufen. Das Höchstgebot habe 3.030 Philippinische Peso (rund 45 Euro) betragen. Für Steinmeier seien rund 300 PHP (rund 4,50 Euro) geboten worden.
Hayo Lücke
/ dpa