Lange sah es so aus, als könnten sich die
Videospielkonzerne zurücklehnen und zusehen, wie andere Branchen in den Abwärts-Sog der Wirtschaftskrise trudeln. Doch nun klopft das Umsatztief auch an die Pforten von Nintendo, Sony und Microsoft: Die Konsolenverkäufe im abgelaufenen Quartal lagen im größten Videospielmarkt USA um 37 Prozent unter dem Vorjahr. Das hat Mike Griffith von Activision ("Call of Duty") laut "Handelsblatt" (HB) bekanntgegeben. Kurz vor Europas größter Videospielmesse
Gamescom in Köln nicht gerade ein Grund zum Jubeln.
Sony gerät unter Druck
Die
Spielesoftware-Hersteller geraten prompt ins Fahrwasser. Und schon werden die Messer gewetzt: So hat Activision Blizzard Sony zu einer Preissenkung der
Playstation 3 gedrängt, um den Absatz anzustoßen. Man müsse für 2010 und 2011 "eventuell prüfen, ob wir die Konsole noch unterstützen", soll man laut "Bild online" gedroht haben.
Die Umsatzzahlen geben deutliche Signale: Nachdem Microsoft den Preis der
Xbox 360 im Jahr 2008 gesenkt hatte,
fuhr der Konzern ein Umsatzplus ein. Sony und Nintendo haben jedoch noch nicht nachgezogen: Während Sony die Preisschraube der Playstation 3 in 2007 zum letzten Mal zurückgedreht hatte, hat sich Nintendo seit Einführung seiner
Wii noch gar nicht gerührt. Und der Hersteller des Marktführers sitzt offenbar in der Trotzecke: Man "denke nicht daran, etwas am Preis der Wii zu ändern", zitiert HB den Nintendo-Presidenten Satoru Iwata.
Sony-Chef Kaz Hirai gibt sich diplomatisch: Man müsse "bezüglich des Preises die Marktentwicklung anschauen", äußerte er laut HB. In Fachkreisen wird seit längerem
mit einer Preissenkung der Playstation 3 gerechnet.Auch wenn man bei Sony offenbar noch nicht genau weiß, wie man sie umsetzen soll. Denn die reinen Produktionskosten sollen bereits jetzt zehn Prozent über dem Endverkaufspreis liegen. Kurz vor der Gamescom kocht die Gerüchtesuppe wieder hoch.