Ein
kostenloses WLAN-Netz für Berlin? Das soll kommen. Die Frage war bisher nur, wann genau es errichtet wird. Schlimmer noch: jetzt droht der Plan, die Bundeshauptstadt mit einem freien drahtlosen Netzwerk auszustatten, zu scheitern. Das berichtete die "Berliner Morgenpost" am Montag. Ursache sei, dass sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr nicht auf die notwendigen rund 5.000 Standorte für die
WLAN-Hotspots verständigen könne.
"Ranpappen geht nicht"
Der bisherige Plan, dafür Ampeln und Straßenlaternen zu nutzen, scheint nicht realisierbar zu sein. "Einfach ranpappen geht nicht", wird eine Senatssprecherin zitiert. Es sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, eine separate Stromleitung zu installieren. Darüber hinaus komme es unter Umständen zu einem weiteren Problem. Die funkenden Router könnten die Steuerelektronik der Ampeln negativ beeinflussen. An Straßenlaternen könne darüber hinaus das Stadtbild durch die
Router gestört werden.
Nun will die Behörde über jeden einzelnen Standort einzeln entscheiden. Ein Vorhaben, das von der Firma Airdata jedoch nicht unterstützt wird. Die
WLAN-Experten aus Stuttgart argumentierten gegenüber der "Morgenpost": "Wir haben ganz klar gesagt, dass das so nicht möglich ist. Wie wollen sie ein Netz planen, wenn sie 5.000 Mal einzelne Genehmigungen verhandeln müssen?" Zudem habe man Unbedenklichkeitsbescheinigungen vorgelegt, die belegen, dass eine störungsfreie Nutzung der Hotspots möglich sei.
Weitere Gesprächstermine zwischen Airdata und der Berliner Senatsverwaltung seien bisher an der Behörde gescheitert, berichtet die "Morgenpost" weiter. Wie es nun mit dem Berliner Funknetz weitergeht, ist völlig offen.