Das ist (noch) die wunderbare Gratis-Welt: Ob Eilmeldungen, Berichte aus der Ferne, Klatsch oder Kinokritiken - jedem
Internet-Nutzer stehen online mit nur ein paar Klicks Millionen Nachrichten zur Verfügung. Aus dem WWW-Universum sind die Kostenlos-Angebote nicht mehr wegzudenken. Oder doch? Medienzar
Rupert Murdoch macht jetzt ernst und will alle Nachrichten aus seinem Konzern News Corp. ("Wall Street Journal", "The Sun") nur noch kostenpflichtig anbieten. Auch deutsche Verlage suchen immer stärker nach Wegen, auch mit ihren Inhalten endlich Geld im Netz zu verdienen.
Internet-Nutzer erwarten Gratis-Angebote
Seien es "Spiegel", "New York Times" oder "Bild" - wer über das aktuelle Geschehen lesen möchte, braucht nicht mehr unbedingt ein Zeitungsabo und kann sich den Weg zum Kiosk sparen. Das Internet hat das Geschäft mit der Nachricht auf den Kopf gestellt. Für teure Recherchen, aufwendige Reportagen und Exklusivinformationen müssen Leser nichts mehr zahlen - die Online-Angebote machen es möglich. Die Nutzer wollen Gratis-Angebote.
Lange haben die Medienhäuser die wachsende Gratiskultur im Netz hingenommen und den Vormarsch des Internets unterschätzt. Zwar gab es immer wieder Versuche mit Bezahlangeboten. "Doch sobald im Netz etwas kostet, gehen die Nutzerzahlen dramatisch zurück", sagt Hans-Joachim Fuhrmann vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). "Der Nutzer erwartet, dass die Angebote kostenfrei sind." Eine Chance sieht Fuhrmann in Premium-Inhalten für bestimmte Interessengruppen.
Auch die Erlöse aus Internet-Anzeigen über Werbebanner reichen für schwarze Zahlen nicht aus. Zwar hat etwa Europas größtes Zeitungshaus Axel Springer ("Bild, "Die Welt") im ersten Halbjahr 2009 die Flaute mit traditionellen Anzeigen mit einem Plus von 15 Prozent bei der Online-Werbung etwas ausgleichen können. Doch "Bild" bleibt der wichtigste Wachstumsträger - und zwar mit der gedruckten Ausgabe.