Aller Anfang ist schwer - auch beim Umgang mit
Twitter. Auf den ersten Blick ist die zurzeit so gehypte
Internet-Plattform für
Kurzmitteilungen voll von Prominenten, die aus ihrem Leben plaudern. Doch in den vergangenen Wochen kam wiederholt heraus: Hinter manchen Accounts mit den Namen berühmter Leute stecken oft nur Witzbolde, die andere Nutzer und vor allem etablierte Medien auf die Probe stellen wollen. Einige Journalisten haben sich schon täuschen lassen. Von "elenden Twitzbolden", wie Medienblogger Stefan Niggemeier schreibt, ist die Rede oder einem angeblichen "Volkssport Twitter-Camouflage" ("Spiegel Online"). An einer Lösung des Problems wird gearbeitet.
1,8 Millionen Netto-Nutzer
Jeder, der will, kann über den Microblogging-Dienst kurz und knackig sein Befinden oder seine Meinung äußern. In Deutschland sollen inzwischen einige zehntausend Menschen twittern, vor allem aus der Medienbranche. Die Marktforscher von Nielsen
weisen aktuell für twitter.com 1,8 Millionen deutsche "Nettonutzer" aus - das sind Menschen, die die
Webseite mindestens einmal im Monat anklicken.
Doch wie immer im Leben: man darf nicht alles glauben, was man liest. Skepsis ist angebracht, um bei dem 140-Zeichen-Dienst nicht auf "Fake-Accounts" hereinzufallen. Gerade Journalisten müssen aufpassen, dass sie wegen Hektik oder Bequemlichkeit ihre Sorgfaltspflicht nicht vernachlässigen. Sonst sind Fehler beim Internet-Phänomen schnell ein Problem der journalistischen Glaubwürdigkeit - Wasser auf die Mühlen derer, die den "guten, alten Redaktionen" oder Zeitungen sowieso keine Zukunft mehr zugestehen wollen.