Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) zieht für das erste Halbjahr eine positive Bilanz im Download-Geschäft. Dazu soll insbesondere der stark wachsende Umsatz von digitalen Bundles beigetragen haben.
3,1 Millionen Alben verkauft
Bei Bundles handelt es sich in der Regel um das klassische Album oder Zusammenstellungen verschiedener Versionen eines Titels, vergleichbar mit der Maxi-Single. In den ersten sechs Monaten des Jahres überstieg der Umsatz mit diesen Bundles erstmals die Erlöse aus dem Verkauf einzelner Musikstücke. Laut der offiziellen Marktstatistik von media control wurden von Januar bis Juni in Deutschland rund 3,1 Millionen Alben verkauft. Das entspricht einer Absatzsteigerung von 55,1 Prozent und einem Umsatzplus von immerhin 49,1 Prozent entspricht.
"Neue Download-Anbieter wie Amazon haben dem Downloadmarkt für Musikalben mit attraktiven Eröffnungsangeboten einen kräftigen Schub verliehen", sagte Stefan Michalk, Geschäftsführer des BVMI am Dienstag in Berlin. Hier deute sich eine Veränderung des Kaufverhaltens an.
Effekt durch DRM-Verzicht im zweiten Halbjahr
Neben den 3,1 Millionen Bundles wurden rund 23 Millionen einzelne Songs auf den
PC oder das
Handy heruntergeladen. Vor Jahresfrist waren es noch 20,3 Millionen Tracks. Nach Umsätzen sei der Gesamtmarkt für Musik-Downloads im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,8 Prozent gewachsen.
Während sich der Trend zum Album bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet habe, seien die von vielen Experten erwarteten Impulse durch den Wegfall von Kopierschutz- und DRM-Maßnahmen bisher ausgeblieben. Nachdem nun die Mehrzahl der Anbieter kopierschutzfreie Titel anbiete, müsse hier die Entwicklung der zweiten Jahreshälfte abgewartet werden.
Auf einen legalen Download kommen acht illegale
Trotz der positiven Entwicklungen kann sich der BVMI einen Hinweis auf die schärfste Konkurrenz nicht verkneifen: Auf einen legal erworbenen Song kämen immer noch rund acht illegale aus Tauschbörsen. Allerdings sollte sich die Musikindustrie bei diesem Thema mal vor Augen führen, wie dieses Verhältnis heute aussähe, wenn die legale Absatzstruktur nicht erst viel zu spät etabliert worden wäre und die Branche auf den Irrweg Digital-Rights-Management verzichtet hätte.