Der US-Handyhersteller
Motorola hat es auf seinem Sanierungskurs überraschend ganz knapp zurück in die Gewinnzone geschafft. Der Umsatz stürzte im zweiten Quartal allerdings erneut ab, wie der Konzern am Donnerstag in Schaumburg (Illinois) mitteilte.
26 Millionen US-Dollar Überschuss dank Kostensenkungen
Der Überschuss lag dank massiver Kostensenkungen bei 26 Millionen Dollar. Analysten hatten ein Minus erwartet. Zu Jahresbeginn hatte bei
Motorola unter dem Strich noch ein hoher Verlust gestanden. Im zweiten Quartal 2008 hatte Motorola nur ein Miniplus von vier Millionen Dollar erzielt. Der Umsatz brach im zweiten Quartal um 32 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) ein.
Handyverkauf sinkt um fast die Hälfte
Motorola verkaufte 14,8 Millionen Handys und damit fast nur noch halb so viele wie ein Jahr zuvor. Allerdings stieg der Absatz im Vergleich zu den ersten drei Monaten leicht. Der US-Anbieter war einst der zweitgrößte
Handy-Hersteller der Welt, hat nach eigenen Angaben aber derzeit nur einen Marktanteil von 5,5 Prozent. Motorola liegt damit abgeschlagen hinter führenden Herstellern wie
Nokia und
Samsung. Zu hausgemachten Probleme kam die aktuelle Branchenkrise.
Verschärfung des Sparkurses
Die Einsparungen sollen nun noch einmal verschärft werden. Seit vergangenem Herbst hat Motorola mindestens 7.000 Jobs gestrichen. Für das Weihnachtsgeschäft
plant Motorola einen neuen Anlauf mit Modellen auf Basis des von Google initiierten Handy-Betriebssystems Android. Sie sollen unter anderem Apples iPhone Konkurrenz machen.
Die den Konzern schwer belastende Handysparte verbuchte einen Umsatzeinbruch um 45 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Den operativen Verlust des Bereichs verringerte Motorola um gut ein Viertel auf 253 Millionen Dollar. Das Unternehmen betreibt daneben zwei profitable Sparten für Netzwerke und Firmen- Kommunikationstechnik.