Durch die Kooperation würde Microsoft zur Nummer zwei bei Suchmaschinen aufsteigen und in den USA auf knapp 30 Prozent Marktanteil kommen. Branchenprimus Google liegt dort mit 65 Prozent deutlich vor der versammelten Konkurrenz. Yahoo! kann sich die hohen Kosten für die Entwicklung der Suchmaschinen-Technologie sparen und auf die Vermarktung von Inhalten konzentrieren.
Die neue Nummer zwei
Im Hinblick auf den Suchmaschinen-Riesen teilten Yahoo! und Microsoft in einem gemeinsamen Statement mit, dass sich Werber durch die Kombination der beiden Marktplätze nun nicht mehr auf eine Firma verlassen müssten, die den Markt dominiere.
Was noch aussteht, ist die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde. Die beiden Unternehmen hoffen, dass der Deal Anfang des kommenden Jahres abgesegnet sein wird. Sobald das Geschäft vollständig abgeschlossen ist, erhofft sich Yahoo! laut Mitteilung, den operativen Gewinn um 500 Millionen Dollar zu verbessern und zusätzlich 200 Millionen Dollar einzusparen. Die Bannerwerbung ist von der Vereinbarung nicht betroffen - beide Unternehmen arbeiten hier weiterhin autonom.
Ein Verlierer steht allerdings schon fest: der Verbraucher. Denn Internetnutzer, die sich nicht allein auf Google verlassen wollen, haben eine ernstzunehmende Alternative weniger bei der Online-Suche. "Yahoo! hat in Tests gut abgeschnitten, die Ergebnisse können sich sehen lassen", sagt Suchmaschinen-Experte Lewandowski. Auch wenn Microsoft mit Bing "ein gutes Produkt" habe - die Vielfalt leidet.
Saskia Brintrup
/ Mit Material der dpa