Die Sicherheitsexperten von Symantec haben den neuen MessageLabs Intelligence Report für den Monat Juli vorgelegt. Die aktuellen Analysen zeigen demnach, dass Spammer zunehmend automatische Übersetzungsdienste nutzen, um mehrsprachige Attacken zu verschicken. Derweil scheinen sich Viren-Programmierer in diesem Monat eine Schaffenspause zu gönnen.
Kaum neue Angriffe
Im Juli habe es sich bei weniger als ein Prozent der über das
Surfen im
Internet verbreiteten Malware um neue Angriffe gehandelt hat. Im Vormonat hatte dieser Anteil mit 58,8 Prozent noch erheblich höher gelegen. Außerdem seien pro Tag durchschnittlich 3.618 neue
Websites aufgespürt worden, auf denen Malware oder andere möglicherweise unerwünschte Programme etwa in Form von Spyware und Adware hinterlegt waren.
1 zu 295,2 (0,34 Prozent) betrug im Juli der Anteil virenverseuchter Nachrichten am gesamten E-Mail-Verkehr, der von neuen oder bislang nicht als gefährlich bekannten Absenderadressen stammte. Allgemein kommt in Deutschland auf rund 344 E-Mails ein virenbelastetes Exemplar. Weltweiter Spitzenreiter bleibt hierbei Australien mit einem Verhältnis von 1 zu 153.
Hinter einer von 327,6 E-Mails (0,31 Prozent des gesamten Mail-Aufkommens) verbarg sich im Juli irgendeine Art von
Phishing-Versuch. Das bedeutet einen Rückgang derartiger Attacken um 0,05 Prozentpunke gegenüber dem Vormonat. Der Anteil von Phishing-Nachrichten an allen abgefangenen, per E-Mail verbreiteten
Viren oder
Trojanern nahm im Juli um 3,2 Prozent auf 92,9 Prozent ab.
Spam wird zunehmend mehrsprachig
Während sich auf weltweiter Ebene der Anteil von
Spam am E-Mail-Verkehr weitgehend unverändert auf einem Zwei-Jahres-Hoch von rund 90 Prozent bewegt hat, erlebten einige Nationen wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande im Juli sogar Spam-Quoten von über 95 Prozent. Mit einem Anstieg auf 97,5 Prozent übernahm Deutschland dabei von Frankreich die Spitzenposition als Land, das weltweit am meisten unter Spam zu leiden hat.
Internet-Sicherheitsbedrohungen im Juli: Steigende Spamrate in Deutschland. Grafik: MessageLabs/Symantec
Den Analysen von MessageLabs Intelligence zufolge trägt zu dieser bisher beispiellosen, vorrangig in Ländern außerhalb des englischsprachigen Raumes zu messenden Belastung auch die Tatsache bei, dass die Spam-Szene verstärkt auf automatische Übersetzungsdienste und fertige Vorlagen zurückgreift, mit denen sich mehrsprachige Kampagnen starten lassen.