Dienstag, 28.07.2009 09:01

VZ Rheinland-Pfalz warnt vor "Telefonwerbeschutz"

aus dem Bereich Sonstiges
Unerwünschte Werbeanrufe können lästig sein. Ein Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung ist jedoch noch in der Warteschleife, die Verbraucher sind zunehmend genervt. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt in diesem Zusammenhang davor, Angebote der Firmen "Verbraucher Werbeschutzbund" und "raus da" anzunehmen. Nach Ansicht der Verbraucherexperten bieten diese einen recht fragwürdigen Schutz vor Telefonwerbung gegen Bares an.

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Werbeschutz für 89,95 Euro?

Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass beide Firmen sich per unerwünschtem Anruf bei potentiellen Kunden melden. Damit würden sie auf die gleiche Weise vorgehen wie diejenigen, vor denen sie angeblich schützen wollten. Zugleich verstießen sie dadurch gegen geltendes Recht. Mit ihren Angeboten würden sie versuchen gutgläubigen Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen. Der "Verbraucher Werbeschutzbund e.V." verlangt für sein "Datenschutz-Paket" 89,95 Euro. Damit soll der Kunde gegen unerlaubte Werbeanrufe und gegen Datenmissbrauch geschützt sein. Auf der eigenen Webseite gibt das Unternehmen jedoch selbst an, dass die Sperrlisten keinen 100-prozentigen Schutz bieten würden. Bei der Verbraucherzentrale gingen schon etliche Beschwerden über diese Firma ein. Es seien bereits Beträge von Konten abgebucht worden, ohne dass die Verbraucher wissentlich Verträge abgeschlossen hätten.

Auch die Firma "raus da" gehe ähnlich vor, biete Telefonwerbesperrlisten und Musterbriefe zum Widerruf von Abonnements oder teuren Handytarifen. Mit 49,95 Euro ist das Angebot zwar günstiger als jenes vom "Verbraucher Werbeschutzbund", doch die Unterlagen werden für 49,95 Euro per Nachnahme zugesandt. Der Kunde kann also nicht vorher beurteilen, was er denn jetzt überhaupt erhalten wird.

Rat der Verbraucherzentrale: Einfach mal unhöflich auflegen


Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor dem "Verbraucher Werbeschutzbund e.V.".
Screenshot: onlinekosten.de.
Der Rat der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Mit selbst ernannten Verbraucherschützern sollten keine Geschäfte gemacht werden. Es empfehle sich ein regelmäßiger Blick auf die Kontobewegungen, um unberechtigte Abbuchungen im Zweifel schnell wieder zurückbuchen zu lassen. Bei untergeschobenen Verträgen während des Telefonanrufes sollte man der betreffenden Firma mitteilen, dass kein Vertrag geschlossen wurde und dies auch nicht beabsichtigt sei. Vorsorglich sollte dennoch ein Widerruf erfolgen. Die Firma sollte schließlich zur Löschung aller gespeicherten Daten des Kunden aufgefordert werden.

Mit der Weitergabe persönlicher Daten sollten Nutzer sparsam umgehen und auf einen Datenabgleich mit Fremden per Telefon verzichten. Auch wenn es unhöflich sei: Die Verbraucherzentrale rät dazu einfach mal den Hörer aufzulegen. Eine Beratung zu diesen und anderen Verbraucherthemen bieten zudem die lokalen Verbraucherzentralen vor Ort an.
Jörg Schamberg
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