Anfang Juli erlebten
südkoreanische und US-amerikanische Webseiten tagelange Hackerattacken. Das Regime in Nordkorea wurde für die Cyberangriffe verantwortlich gemacht. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Welt" hat der deutsche Verfassungsschutz aber auch eine zunehmende Tätigkeit von chinesischen Nachrichtendiensten in deutschen Behörden und Unternehmen festgestellt. Besonders bedroht seien Infrastrukturen wie die Stromnetze.
Herkunft der Trojaner verschleiert
Bereits im April waren
Hacker in das US-Stromnetz eingedrungen und hatten Programme eingeschleust, die die Energieversorgung in den ganzen USA steuern und stören könnten. Auch hier wurden chinesische oder russische Hacker als Täter vermutet. In Deutschland gebe es nach Angaben des Verfassungsschutzes bereits eine erhebliche Wirtschaftsspionage, die zunehmend per
Internet betrieben würde. Das Gefährdungspotential durch Wirtschaftsspionage liege für ganz Deutschland jährlich bei rund 50 Milliarden Euro. Es gebe "richtige Nebelwolken mit trojanischen E-Mails gegen Hunderte von Firmen" so Walter Opfermann von der Abteilung Spionageabwehr des Landesamtes für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg. Die Chinesen würden mit großem Aufwand versuchen, die Urheber der Attacken zu verbergen.
Kleine und mittlere Unternehmen bevorzugte Ziele
Mit Trojanern könnten einerseits Informationen gesammelt werden, andererseits ließe sich etwa auch die Stromversorgung stören. Bevorzugte Ziele ausländischer Nachrichtendienste seien aber besonders kleine und mittlere Unternehmen, da sie häufig besonders innovativ seien. Sie achteten oft jedoch nicht auf die
notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für ihre Netzwerke. China und Russland wollten ohne große eigene Investitionen den westlichen Standard erreichen. Gegen Online-Spionage aus dem Ausland könne aber nur wenig getan werden, wenn keine Kooperation mit den dortigen Behörden möglich sei.