Es bleibt ein Horrorjahr für die Handy-Branche. Sowohl der Branchenprimus
Nokia als auch der kleinere Konkurrent
Sony Ericsson halten an ihrer pessimistischen Prognose für 2009 fest und erwarten ein Zehntel weniger Verkäufe als im vergangenen Jahr.
Nachfragerückgang gestoppt
Trotzdem sehen die Unternehmen zur Jahreshälfte wieder Land: Der Nachfragerückgang scheine sich der Talsohle zu nähern, sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo. Die zwischendurch hohen Lagerbestände bei den Händlern seien inzwischen weiter abgebaut, so dass wieder mehr neue
Handys verkauft werden könnten.
Doch gerade die Aussichten für Kallasvuos Unternehmen haben sich eingetrübt. Wollte Nokia zu Jahresbeginn in der Krise noch den Marktanteil steigern, heißt es nun, der Anteil am Gesamtmarkt werde wohl eher stabil bleiben. 2008 trugen 39 Prozent aller verkauften Handys den Namen des finnischen Herstellers. Im zweiten Quartal beherrschte Nokia noch rund 38 Prozent der weltweiten Handyverkäufe.
Aktien auf Talfahrt
Analysten und Börsianer reagierten am Donnerstag enttäuscht, die Nokia-Aktie ging auf Talfahrt. "Der Blick nach vorn trübt sich ein", erklärte Sal.-Oppenheim-Analyst Nicolas von Stackelberg die Reaktion am Aktienmarkt. Anscheinend würden die neuen Produkte nicht so stark nachgefragt wie erhofft. Der Branchenprimus hatte im abgelaufenen Quartal nur 103,2 Millionen Geräten verkauft. Das waren zwar mehr als zu Jahresbeginn, aber rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr.
Gegenüber Sony Ericsson schlägt sich Nokia dabei noch wacker. Das japanisch-schwedische Gemeinschaftsunternehmen verkaufte mit 13,8 Millionen Geräten fast 40 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Nokia profitiere in der Wirtschaftskrise klar von seiner Angebotspalette an Billig-Handys, erläuterte Gartner-Analystin Carolina Milanesi.
Dieses Marktsegment bedient der Konkurrent Sony Ericsson kaum, wie der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) zeigt, der bei dem Gemeinschaftsunternehmen mit 122 Euro fast doppelt so hoch ist wie bei Nokia.