Kein Internetsurfer sieht es gerne, wenn sein DSL- oder Kabel-Zugang nicht mehr die versprochene Bandbreite liefert. Drosselungen bei der Download-Geschwindigkeit sind eines der am häufigsten diskutierten Themen in deutschen IT-Foren - auch bei onlinekosten.de. Kunden von
Kabel Deutschland berichten unter anderem über Einschränkungen bei den Up- und Downstreams, bemängeln aber auch Lieferverzögerungen bei der HomeBox und schlechtem Service. Im Gespräch mit Kabel Deutschland hat unsere Redaktion strittige Punkte wie diese zur Diskussion gestellt.
Keine Bandbreiten-Drosselungen
Am häufigsten sieht sich der größte deutsche Kabelnetzbetreiber mit dem Vorwurf konfrontiert, in den Abendstunden und am Wochenende die Bandbreite zu drosseln. Die Nutzung eines
FTP-Servers zur Pflege der eigenen
Homepage oder von Filesharing-Clients sei dann kaum noch möglich. Auch das Surfen auf normalen
Webseiten dauere unverhältnismäßig lang. Marco Gassen, Pressesprecher von Kabel Deutschland, sieht Kabel Deutschland in diesem Punkt zu Unrecht kritisiert. Grundsätzlich komme es in den Abendstunden allgemein zu einer stark zunehmenden Internetnutzung. Das wirke sich auch auf die Verfügbarkeit der
Webserver aus.
Eine aktive Drosselung der maximal nutzbaren Bandbreite seitens Kabel Deutschland gebe es nicht, sagt Gassen. Wie andere
Provider spreche auch der Kabelnetzbetreiber bei seinen Up- und Downstreamraten von einer maximal möglichen Geschwindigkeit. Hierauf weise auch der Zusatz "bis zu" bei den Angeboten hin. Nicht zu vernachlässigen sei neben der Auslastung des Internets auch die Qualität des Hausnetzes, für das entgegen der vielerorts gängigen Meinung nicht Kabel Deutschland, sondern die Hausverwaltung zuständig sei.
Netzerweiterung kann zu Problemen führen
Kabel Deutschland ist nach eigenen Angaben stets bemüht, bei lokal bedingter starker Nutzung des Netzes, die entsprechenden Einheiten durch Zuschaltung weiterer Netzverteiler zu verkleinern. Bei den Ausbauarbeiten des Glasfasernetzes könne es zu kurzzeitigen, lokalen Bandbreitenschwankungen kommen. Solche Netzerweiterungsarbeiten würden vor allem in großen Städten wie Berlin, in denen das
Internet per Kabel stark nachgefragt werde, regelmäßig durchgeführt. Eventuelle Bandbreiten-Probleme würden jeweils nur wenige Nutzer betreffen, heißt es. Zudem sei für die Internetnutzung sowie Telefonie und Fernsehen im Gegensatz zu
DSL jeweils ein eigener Bandbreitenbereich reserviert.
Gleichzeitig räumte Kabel Deutschland jedoch ein, zeitkritische Anwendungen wie
eBay oder Online-Spiele zu priorisieren. Damit werde eine hohe Verfügbarkeit in verkehrsstarken Zeiten garantiert. "Bei anderen, sehr hohe Dauerlast erzeugenden Applikationen – wie Internet-Tauschbörsen – kann es gleichzeitig zu geringfügigen und vorübergehenden Einschränkungen kommen", sagt Unternehmenssprecherin Kathrin Wittmann. Dennoch gelte grundsätzlich, dass "alle Applikationen, Dienste, Anwendungen oder Protokolle jederzeit möglich und durchführbar" seien.