Fast zwei Drittel der Internetnutzer ab 18 Jahren sind laut einer Befragung in einem Online-Netzwerk aktiv. Der Trend ist klar:
soziale Netzwerke sind in. Facebook zählt weltweit mehr als 200 Millionen Nutzer, in Deutschland kommt der Anbieter auf 3,25 Millionen registrierte Internetsurfer. Erheblich mehr sind es mit 6,5 Millionen Nutzer bei Wer-Kennt-Wen. Auch die Lokalisten kommen auf mehr als drei Millionen Teilnehmer.
Xing zählt knapp 2,7 Millionen Mitglieder in Deutschland. Doch viele Personen registrieren sich einfach bei den Plattformen ohne das Kleingedruckte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht nun gegen etliche der Anbieter rechtlich vor.
Anbieter mit weitreichenden Nutzungsrechten
Gegen MySpace, Facebook, lokalisten.de, wer-kennt-wen.de und Xing haben die Verbraucherschützer Unterlassungsverfahren eingeleitet. "Die Bedeutung
Sozialer Netzwerke nimmt stetig zu. Jetzt müssen die Betreiber ihre Hausaufgaben in Sachen Verbraucherschutz machen", so Gerd Billen, vzbv-Vorstand. Kritisiert wird insbesondere die Benachteiligung von Nutzern in den Vertragsbedingungen und Datenschutzbestimmungen. Die Betreiber der Plattformen räumen sich darin oft weitreichende Rechte ein.
Gerade die Nutzung der persönlichen Daten und deren Weiterverarbeitung stößt dem vzbv sauer auf. Oft ohne Einwilligung des Nutzers würden die Daten weit über den eigentlichen Zweck genutzt. "Dem Betreiber alle Rechte – dem Verbraucher bleibt das Schlechte: nach diesem Motto scheinen die Sozialen Netzwerke viel zu häufig zu verfahren", so Billen. Angesichts von Erklärungen der Betreiber hätten die Verbraucherschützer nicht mit solch schlechten Standards gerechnet.