Freitag, 10.07.2009 18:01

Cyber-Krieg in Asien - Angriffe aus 16 Ländern

aus dem Bereich Sonstiges
Die tagelange Hackerattacke auf Regierungs-Webseiten in den USA und Südkorea ist vermutlich über Computer in verschiedenen Ländern gestartet worden. Die Angriffe hätten zu 86 Internet-Protokolladressen in 16 Ländern, darunter die USA, Japan und China, zurückverfolgt werden können, berichtete die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den staatlichen Geheimdienst (NIS). Nordkorea habe sich zwar nicht darunter befunden. Dennoch bleibe nicht ausgeschlossen, dass das kommunistische Nachbarland oder pro-nordkoreanische Kräfte im Ausland die Angriffe orchestriert haben.

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Nordkorea angriffslustig

Der NIS habe unter anderem den Verdacht mit Drohungen Nordkoreas mit einem vom Internet gestützten Krieg begründet. Aus Protest gegen die geplante Teilnahme Südkoreas an einer US-geführten Übung mit dem Namen "Cyber Storm" hatte das nordkoreanische Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas Ende Juni erklärt, Pjöngjang sei "vollständig für jede Form von High-Tech-Krieg bereit".

Die von den Hackern ins Visier genommenen Webseiten waren einer sogenannten "Distributed Denial of Service"-Attacke ausgesetzt. Dabei bombardieren zahlreiche PC einen Server mit Anfragen, damit dieser unter Last zusammenbricht und ausfällt. Solche konzertierten Angriffe erfolgen häufig über Botnetze - dabei handelt es sich um gekaperte Rechner, die Cyberkriminelle mit Hilfe eingeschleuster Software fernsteuern.

Noch kein größerer Schaden

In Südkorea und den USA hatten die Hackerangriffe vorübergehend Internetseiten von Behörden und privaten Unternehmen lahmgelegt, jedoch keinen größeren Schaden angerichtet. In beiden Ländern waren unter anderem die Webauftritte der Präsidenten-Amtssitze sowie der Verteidigungs- und Außenministerien betroffen.
Hayo Lücke / dpa
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