Die
neue Deutschlandgesellschaft der Deutschen Telekom für
Mobilfunk und Festnetz soll Anfang 2010 gegründet werden. Nach dem bisherigen Zeitplan sollten T-Mobile und
T-Home Anfang nächsten Jahres zusammengeführt werden, sagte der künftige Vorstand für das Deutschlandgeschäft, Niek van Damme, am Mittwoch bei der Vorstellung des Zeitplans in München.
Synergieeffekte erwünscht
Synergieeffekte aus der Integration konnte van Damme noch nicht nennen. "Wir sind noch dabei, diese zu beziffern", sagte er und schränkte ein, es handele sich nicht um ein Kostenprogramm. Auch Stellen sollen nicht abgebaut werden. Vielmehr gehe es darum, zusätzliche Potenziale zu schöpfen. Vor allem im Vertrieb und im Kundenservice sieht er Möglichkeiten.
Rund 29 Millionen Haushalte in Deutschland seien Kunde des Bonner Konzerns, davon nutzten erst 22 Prozent sowohl Festnetz als auch Mobilfunk über die Telekom. Entschieden sich nur ein Prozent mehr für ein integriertes Produkt aus Festnetz- und Mobilfunk, ergebe das ein Umsatzplus im dreistelligen Millionenbereich, sagte Van Damme. Allerdings sei damit noch nicht im kommenden Jahr zu rechnen.
Bevor der Umbau überhaupt starten kann, müssen allerdings noch die Aktionäre grünes Licht geben. Die dafür notwendige außerordentliche Hauptversammlung soll voraussichtlich Mitte November einberufen werden. Auch der Telekom-Aufsichtsrat hat noch einmal ein Wörtchen mitzureden: Er soll nach der Zustimmung der Finanzbehörden Ende August den endgültigen Beschluss zur Integration fassen.
Weitere Kundenverluste im Festnetzgeschäft
Im klassischen Geschäft mit Telefonanschlüssen rechnet van Damme noch in den kommenden drei bis vier Jahren mit einem Rückgang der Kundenzahl. Der Trend nach unten verlangsame sich aber zunehmend. Auch das Triple-Play-Vorzeigeprodukt
Entertain, das
Internet, Telefon und Fernsehen vereint, läuft nicht richtig. Bislang hat die Telekom 700 000 Entertain-Kunden - bis Ende 2009 sollen eine Millionen Kunden das Produkt nutzen, mit dem bislang das glasfaserbasierte schnelle Internet
VDSL vermarktet wird.
Mit Blick auf die Breitbandstrategie der Bundesregierung warnte er: "So wie wir jetzt ausbauen, werden wir das Ziel 2010 nicht erreichen." Die Bundesregierung will bis Ende kommenden Jahres alle Haushalte in Deutschland mit Bandbreiten von 1 Megabit je Sekunde versorgen. Es brauche Standardlösungen, so dass nicht in jeder Stadt auf einer anderen technischen Plattform gearbeitet werde, sagte van Damme.