Die großen deutschen
Kabelnetzprovider liebäugeln immer wieder mit einer Fusion, um als größere Einheit wettbewerbsfähiger zu werden und Kosten zu sparen. Im April äußerte eine Sprecherin des Bundeskartellamtes gegenüber onlinekosten.de jedoch, dass ein
Zusammenschluss der großen Kabelnetzprovider als problematisch angesehen werde. Aktuell sprach sich Adrian von Hammerstein, Chef von Kabel Deutschland, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters denn auch - vorerst - gegen eine Fusion der großen Kabelnetzbetreiber zum jetzigen Zeitpunkt aus. Der Widerstand der Wettbewerbshüter sei zu groß. Doch das Unternehmen hat bereits Alternativen im Blick.
Vorerst nur die "kleine Fusion"
Kabel Deutschland plant demnach laut einem Bericht des "manager-magazin" alternativ die Übernahme kleinerer Netzbetreiber.
Kabel Deutschland hatte bereits Anfang Juli gegenüber onlinekosten.de bestätigt, dass ein Kabelnetzanbieter der Netzebene 4 gut zu Kabel Deutschland passen würde. Es gebe derzeit aber
keine Kaufgespräche mit der hoch verschuldeten Orion Cable, der Dachgesellschaft des Kabelnetzbetreibers
Tele Columbus.
Premium-Produkte erfolgreicher bei direktem Kundenzugang
Zuvor waren Spekulationen laut geworden, dass Kabel Deutschland Interesse an einer Übernahme von Teilen des Orion-Netzes haben könnte, wenn diese zum Verkauf stehen würden. Ein Fünftel der Kabel Deutschland Kunden werden derzeit über kleine Kabelfirmen als Zwischenhändler versorgt. Diese haben direkten Zugang zu den Kunden, Kabel Deutschland jedoch nicht. Produkte wie
Internet oder digitales Fernsehen lassen sich aber besser auf direktem Wege vermarkten. "Es ist ganz offensichtlich, dass wir bei direkten Kunden mit unseren Premium-Produkten wesentlich erfolgreicher sind", so von Hammerstein. Eine Übernahme solcher Kabelfirmen bietet sich also folgerichtig an.
Der Anteil der drei Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland,
Unitymedia und
Kabel BW am deutschen Breitbandmarkt war im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf acht Prozent angestiegen. In diesem Jahr wollen die Kabelnetzprovider ihren Anteil am lukrativen 35 Milliarden Euro schweren Markt auf zehn Prozent erhöhen.