Nach den
Internetsperren gegen Kinderpornografie startet Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen weiteren Feldzug gegen den sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Das Einschleichen erwachsener Täter in Schüler- und Kinder-Chatforen im
Internet mit dem Ziel der späteren Kontaktaufnahme auch in der realen Welt soll stärker bekämpft werden.
Stichwort: Grooming
Was früher der böse Onkel mit den Bonbons in der Nähe des Spielplatzes war, ist für internationale Polizeiexperten inzwischen das sogenannte Grooming im Internet geworden. Bei dieser Strategie geben sich die Täter gegenüber den Minderjährigen in den Chats diverser Netzwerke zunächst als Gleichaltrige aus. Nach einer Anwärmphase und dem Ausfragen intimer Details suchen die Täter dann ein Treffen mit dem Opfer, berichteten Kinderschützer am Dienstag auf einer europäischen Fachkonferenz. Thema war die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Heranwachsenden und die Kinderpornografie im Netz.
Das Internet ist öffentlicher Raum - und kein verschließbares Tagebuch, dem man die privatesten Gedanken anvertrauen kann, warnt von der Leyen die Jugendlichen. In Deutschland steht laut Bundesjustizministerium das Grooming bereits seit 2003 unter Strafe. Von der Leyen möchte mehr öffentliche Aufklärung. In der von ihr und mehreren Kinderschutzorganisationen unterzeichneten Abschlusserklärung der Berliner Konferenz wird eine stärkere Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen "hinsichtlich des Gewaltpotenzials" verlangt, das mit den neuen Medien einherr kommt.