Sollte der
Palm Pre wirklich die Rettung für den angeschlagenen Smartphone-Pionier Palm bringen? Die Zeichen dafür verdichten sich. Laut eines Berichts des Technik-
Blogs "Bits" der "New York Times" kommt der US-Hersteller offenbar kaum mit der Produktion nach.
Die letzte Chance genutzt
Im vierten Geschäftsquartal Ende Mai hatte Palm zwar noch einen
Verlust von 105 Millionen Dollar zu beklagen. Allem Anschein nach hat das Unternehmen die
letzte Chance im Smartphone-Kampf jedoch genutzt und kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Mit Bezug auf US-Analyst und Marktkenner Edward Snyder vom Institut "Charter Equity Research" schreibt "Bits", Palm habe seit
US-Markteinführung des Pre am 6. Juni bereits 300.000 Modelle verkaufen können und arbeite weiter auf Hochtouren, um die enorme Nachfrage in den USA zu befriedigen. Branchenkenner waren zuletzt von der Hälfte dieser Stückzahl ausgegangen. Nach Einschätzung von Snyder produziert der
Handy-Pionier mittlerweile täglich rund 15.000 Stück des neuen Erfolgsmodells. Am Ende des ersten vollen Produktionsquartals sollen demnach rund eine Million Palm Pre an den
Mobilfunk-Anbieter Sprint ausgeliefert sein.
Der Palm Pre kommt an.
Bild: Palm
Weitere Expansion am Markt erwartet
Sprint besitzt in den USA das exklusive Vermarktungsrecht für den Pre. Dennoch geht Snyder davon aus, dass Palm schnellstmöglich versuchen wird, unabhängig davon am Markt zu expandieren. So könnte das Unternehmen neben dem Pre weitere Geräte herstellen, die auf dem Betriebssystem des Pre, WebOS, basieren. Ohne die bestehenden Verträge mit Sprint zu verletzen, wäre dann auch eine Zusammenarbeit mit anderen Providern wie Verizon oder AT&T möglich. Snyder sieht zudem Hinweise, dass entsprechende Kooperationen bereits 2010 anlaufen werden.
Den Erfolg des Pre erklärt sich "Bits" unter anderem mit einer intelligenten Marketingstrategie bei Palm. So habe man den Pre nicht als
iPhone-Killer präsentiert, sondern als Gerät, welches auch neben
Apple's kultbefeuertem Smartphone erfolgreich bestehen kann und dabei noch mehr Funktionen aufweist.