Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz erklärte in Köln, wie er sich bei news.google.com seine persönliche Zeitung aus lauter Online-Artikeln zusammenstellen lässt, ohne dafür etwas zu bezahlen: Das sei eine "viel größere Gefährdung" für die Zeitungen als die umstrittene Internet-Präsenz der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, meinte er. Der "exzessive Zeitungsleser" Rüttgers forderte denn auch: "Wir müssen uns gegen die Enteignung geistigen Eigentums wehren. Da müssen neue Spielregeln ausgehandelt werden."
Journalisten werden gebraucht
Rüttgers hielt in Köln eine Lobrede auf die Zeitung und den Qualitätsjournalismus. Man werde immer Journalisten brauchen, die in der Lage seien, Zusammenhänge kompetent zu erklären - bei der heutigen Informationsflut sogar mehr denn je: "Der Berufsstand braucht neue Wertschätzung", forderte Rüttgers. Nach einer neuen Umfrage sei die Tageszeitung für alle Bevölkerungsgruppen das glaubwürdigste Medium. "Nur eine Minderheit glaubt, dass man sich ausschließlich über das Internet informieren kann."
Die Zeitung wird gebraucht und muss unabhängig bleiben - da waren die meisten Redner und Diskussionsteilnehmer sich einig. Aber wie soll sie wirtschaftlich überleben? Die Verlage sollen sich zu Multimedia-Häusern wandeln, der Urheberschutz muss verstärkt werden, Zeitungen müssen mehr kooperieren - so lauten einige Rezepte. Aber es bleibt eine gewisse Ratlosigkeit.
Parm Sandhu, Geschäftsführer des Kabelnetzbetreibers
Unitymedia, verwies darauf, wie viele Branchen das Internet in wie kurzer Zeit schon erschüttert habe - die Musikindustrie und der Qualitätsjournalismus seien nur zwei Beispiele: "Es ist überraschend, wie langsam wir darauf reagieren."